20. Internationale Fredener Musiktage

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Information zur Veranstaltung

Wie eine besondere Gratulation zum 20. Jubiläum werden die Internationalen Fredener Musiktage im November dieses Jahres mit dem Praetorius Musikpreis des Landes Niedersachsen in der Kategorie „Ehrenamtliches Engagement“ ausgezeichnet.

Von Beginn an war und ist die Organisation des Festivals, angefangen von den vielen helfenden Händen vor Ort bis zur künstlerischen Leitung und Intendanz im Wesentlichen ehrenamtlich aufgebaut. Neben dem ehrenamtlichen Engagement zollt
der Preis sicherlich auch Anerkennung für die sog. „Fredener Dramaturgie“.

Die stets ausgefeilten Konzertprogramme, ungewöhnliche Spielorte sowie eine hohe musikalische Qualität geben dem Festival in Südniedersachsen bereits seit vielen Jahren ein außergewöhnliches Profil.

Intendant Utz Köster und der künstlerische Leiter des Festivals Adrian Adlam knüpfen daran mit dem Programm der 20. Fredener Musiktagen vom 30. Juli bis 08. August 2010 wieder nahtlos an. Thematisiert werden diesmal bei den Sommerkonzerten in Freden und Alfeld „Franz Liszt und seine ungarischen Erben“, quasi im Vorgriff auf Liszts 200. Geburtstag im kommenden Jahr.

Aus diesem Grund hat auch der Botschafter der Republik Ungarn, S.E. Dr. Sándor Peisch, die Schirmherrschaft über die 20. Internationalen Fredener Musiktage übernommen. Zum anderen widmet sich das Festival „Außergewöhnlichen Besetzungen“, um zu zeigen, mit welch unterschiedlichen Instrumenten und Instrumenten-Zusammenstellungen Musik interpretiert werden kann.

Das Eröffnungskonzert am 30.07. in der Fredener Zehntscheune verbindet gar beide Themen. Stehen doch nicht nur Werke ungarischer Komponisten auf dem Programm, darunter eine Suite für zwei Klaviere und Schlagzeug von András Hamary (Auftragswerk der 6. Internationalen Fredener Musiktage 1996), sondern auch Johannes Brahms „Ungarische Tänze“, eine Bearbeitung für Klavier zu vier Händen.

Das Spektrum des „Ungarn-Schwerpunktes“ ist breit gefächert, und die Konzerte selbst sind äußerst vielseitig. Zu hören ist in einem Matinée-Konzert am 01.08. in der Alfelder Kirche St. Nicolai Ungarische Chor- und Orgelmusik mit der Kirchenkreiskantorei Alfeld unter Leitung von Benjamin Dippel. Auch die camerata freden widmet sich am 03.08. in der Kirche St. Georg in Freden hochinteressanten Kammermusik-Werken aus der Feder ungarischer Komponisten.

Besonders hervorgehoben werden muss der Klavierabend mit dem englischen Pianisten David Wilde, der als ausgewiesener Liszt-Interpret gilt, aber neben der Sonate in h-moll von Franz Liszt auch die Bartok-Klaviersonate und als Bindeglied die „Sechs Elegien“ von Ferruccio Busoni aufs Programm gesetzt hat.

Und selbst das Komponistinnen-Porträt zum Abschluss des Festivals am 08.08 ist einer Ungarin gewidmet: Judit Varga, erfolgreiche junge Pianistin und Komponistin, heute in Wien lebend, hat als Auftragswerk der Fredener Musiktage ein Stück für Streichorchester geschrieben. Umrahmt wird die Uraufführung von zwei weiteren gewichtigen Werken: Béla Bartóks Divertimento für Streichorchester und den beeindruckenden Metamorphosen für 23 Solostreicher von Richard Strauss.

Die Fredener Musiktage haben ihrem Publikum über viele Jahre hinweg immer wieder „außergewöhnliche Besetzungen“ geboten. Diesmal jedoch, zum 20-jährigen Jubiläum, kommt es zu einem regelrechten Gipfeltreffen ungewöhnlicher Formationen und Ensembles. Den Höhepunkt dürften am 04.08. die „Zwölf Bratscher der camerata freden“ unter dem Motto „Viola pur“ bestreiten. Dem Intendanten Utz Köster, hauptberuflich Bratschist im Orchestre Philharmonique du Luxembourg, ist dieses Konzert ein Herzensanliegen, auch, um diesem häufig vernachlässigten Instrument deutlich mehr Aufmerksamkeit als sonst üblich zu geben.

Ungewöhnlich ist auch die Kombination Bandóneon – Saxophon-Quartett. Lothar Hensel, gern gesehener Gast in Freden, verspricht eine faszinierende Klangmischung. Wechselnde Räume und Klänge können ebenfalls eine „außergewöhnliche Besetzung“ ergeben. Aber auch als Hommage zum 325. Geburtstag werden die Goldbergvariationen von Johann Sebastian Bach am 01.08. in einem sogenannten „Wandelkonzert“ gleich zweimal zu hören sein.

Zunächst in einer Bearbeitung für Streichtrio mit der camerata freden in der Kirche St. Georg und anschließend in der benachbarten Zehntscheune, dort zu hören für Klavier solo, interpretiert von der auch international höchst erfolgreichen Pianistin Ragna Schirmer. Für sie ist das eine Rückkehr in heimatliche Gefilde, denn Ragna Schirmer stammt aus Hildesheim.

Ihre Abrundung finden die „außergewöhnlichen Besetzungen“ mit dem Konzert des Budapest Festival Horn Quartetts am 05.08. und mit der Begegnung der Capella Vocale Gandersheim mit dem Klezmerklarinettisten Helmut Eisel am 07.08. im Alfelder Fagus-Werk. Damit kommt es bei diesem Konzert zu einer „Niedersächsischen Festivalbegegnung“, denn auch die Gandersheimer Dommusiktage feiern in diesem Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum. Beide benachbarten Festivals haben für dieses Jahr einen Programmaustausch vereinbart und senden sich somit gegenseitige Geburtstagsgrüße.

Apropos Jubiläum: Der Festakt 20. Internationale Fredener Musiktage findet am 08. August um 11 Uhr mit anschließendem Empfang in der Zehntscheune statt. Die Festrede hält Erna Hennicot-Schoepges (1995-2004 Kulturministerin von Luxemburg), für die musikalische Umrahmung sorgt der Bandóneonist Lothar Hensel.

Die Kinderkonzerte sind seit 1991 fester Bestandteil der Internationalen Fredener Musiktage. In diesem Jahr wird jedoch am 07.08. in der Zehntscheune nicht nur in zwei Konzerten der „Karneval der Tiere“ von Saint-Saëns (auch für eine außergewöhnliche Besetzung komponiert) zu hören sein. Vielmehr werden mehrere Mitglieder des Organisationsteams des Festivals in den Tagen zuvor im Rahmen eines Musikvermittlungsprojektes die Konzerte mit Workshops in der Grundschule und im Kindergarten des Ortes vorbereiten.