Bild: 42 - Schauspiel nach dem Roman von Thomas Lehr

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Information zur Veranstaltung

»Der Sekundengipfel der Zeit. Leben in einem Schnitt, in der Spur der zweidimensionalen, weißen Klinge der Gegenwart.« Es ist der 14. August 2000, genauer gesagt: 12:47 Uhr, die 42. Sekunde an einem sonnigen Tag in der Schweiz, als für eine Besuchergruppe des Kernforschungszentrum CERN das unbegreifbare geschieht. Als sie wieder ans Tageslicht kommen, offenbart sich ihnen ein Riss im Zeitkontinuum, verursacht durch einen ›Super-Gau‹ im Teilchenbeschleuniger. Die Welt steht still, es herrscht ›Nullzeit‹; nur für die 71 Besucher – Journalisten, Wissenschaftler, Politiker –, die sich zum Zeitpunkt des Unglücks wieder auf dem Weg nach oben befanden, läuft sie weiter. Ab dem Moment leben sie in einer Welt, die keine Veränderung, keine Bewegung mehr kennt. In der Perspektive des ›Chronifizierten‹ Adrian Haffner werden wir zu Teilnehmern einer Reise durch die Zeitlosigkeit. Thomas Lehrs Roman 42 ist ein faszinierendes Gedankenspiel, eine surreale Versuchsanordnung, die tiefe Einblicke in die Abgründe von Menschen im Ausnahmezustand gewährt. Schock, Depression, zynisches Verhalten bis zum exzessiven, völlig moralfreien Missbrauch im Umgang mit der rein passiven, weil ›eingefrorenen‹ Umwelt sind die Stadien, die die ›Chronifizierten‹ über Jahre hinweg durchlaufen. Keine ihrer Handlungen zieht irgendwelche Folgen nach sich, nur unter Ihresgleichen gibt es noch Interaktionen, die zunehmend zerstörerische Qualitäten annehmen. Einhellig euphorisch begrüßte die Kritik das Erscheinen von Thomas Lehrs Roman, mit dem er eine ansonsten kaum zu findende Synthese aus modernen Naturwissenschaften und Literatur schuf, aus philosophischen Reflexionen, Science Fiction und Gesellschaftsanalyse. Der durch menschliche Hybris im Umgang mit den elementarsten Naturkräften verursachte Unfall und die dadurch ausgelöste Zeitkatastrophe kann auch als Chiffre für den gesellschaftlichen Stillstand und den sozialen Kältetod gelesen werden.