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Zu Ihrer Sicherheit und der weiteren Eindämmung des Coronavirus finden alle Veranstaltungen unter Einhaltung der aktuellen gesetzlichen Vorschriften statt: Die jeweiligen Veranstalterinnen und Veranstalter tragen Sorge, dass die Hygienemaßnahmen stets überwacht und eingehalten werden.

ARTIVE cooperation lab - Vorträge und Diskussionen Tickets - Mainz, KUZ - Kulturzentrum Mainz

Event-Datum
Freitag, den 24. September 2021
Beginn: 17:00 Uhr
Event-Ort
Dagobertstraße 20 b,
55116 Mainz
Sonstige Ticket-Info
Veranstalter: KUZ Mainz (Kontakt)

Keine Ermäßigung möglich. Rollstuhlfahrer und Menschen mit Behinderung zahlen den vollen Preis, die Begleitperson erhält freien Eintritt. Tickets hierzu sind ausschließlich erhältlich bei der ADTicket Hotline 0180 6050400 (0,20 €/Anruf inkl. MwSt. aus dem Festnetz, max 0,60 €/Anruf inkl. MwSt. aus den Mobilfunknetzen) und dem Tourist Service Center Main, Rheinstraße 55, 55116 Mainz.
Ticketpreise
ab 6,50 EUR *
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ARTIVE cooperation lab - Vorträge und Diskussionen

Bild: ARTIVE cooperation lab - Vorträge und Diskussionen
Zwei Tage zum Thema Künstler*innenkollektive und kooperative Arbeits-und Lebensmodelle.
Gemeinsam Kunst machen, gestalten, zusammen arbeiten, wohnen, leben. Ideen zum Kollektiv und zum kooperativen Handeln werden präsentiert und zur Diskussion gestellt. Eingeladen sind zwei Künstler*innen-Kollektive, die Einblick in ihre Arbeitsweise geben, sich der Diskussion stellen und jeweils eine künstlerische Arbeit präsentieren und zwei Referenten, die das Thema theoretisch vertiefen.

• Freitag, 24.09.21 | 17:00 – 21:00 Uhr | Vorträge und Diskussionen | Eintritt 5€
KUZ Werkhalle
17:00 – 17:45Vortrag Prof. Dr. Frank Adloff
17:45 – 18:00Fragerunde Publikum
18:15 – 19:00Vortrag Dr. Jan-Christoph Marschelke
19:00 – 19:15Fragerunde Publikum
19:30 – 21:00Diskussion Adloff | Marschelke | Anna Kpok | Deine Mudda

• Samstag, 25.09.21 | 16:00 – 21:30 Uhr | Öffentliche Proben & Aufführungen | Eintritt 10€
KUZ Waschhaus
16:00 – 16:30Wie wir im Kollektiv arbeiten: Let´s play Anna Kpok auf der Suche
nach der kollektiven Zeit (öffentliche Probe) | Anna Kpok
16:30 – 19:30Wir Müssen Reden | performative Installation | Anna Kpok
KUZ Werkhalle
16:30 – 18:00Wie wir im Kollektiv arbeiten (öffentliche Probe) | Deine Mudda
20:00 – 21:15Macht | Performance|Tanz|Musik | Deine Mudda

INFO:
KULTURBÄCKEREI – Initiative für ein Soziokulturelles Zentrum in der Mainzer Neustadt e.V.
06131.8948382 | info@kulturbaeckerei-mainz.de | www. kulturbaeckerei-mainz.de
Ansprechpartner: Jürgen Waldmann
Mit freundlicher Unterstützung: Ministerium für Familie, Frauen, Kultur & Integration des Landes Rheinland-Pfalz, Stadt Mainz, Zollhafen Mainz GmbH & Co. KG
Der Verein KULTURBÄCKEREI möchte ein Soziokulturelles Zentrum in der Mainzer Neustadt aufbauen und betreiben. Auf dem Areal der ehemaligen Kommissbrotbäckerei an der Rheinallee soll das Bäckerei-Gebäude an der Lahnstraße als Kunst-& Kulturhaus und als Stadtteilzentrum entwickelt werden, das im Wesentlichen zwei Bereiche beinhaltet: Kunst & Kultur und Soziales & Bildung. Im Fokus steht dabei der Austausch mit den Menschen vor Ort - interkulturell, vielfältig und generationsübergreifend. Bis zur Eröffnung des Gebäudes Mitte 2024 organisiert und realisiert die KULTURBÄCKEREI soziokulturelle
Projekte im öffentlichen Raum und Kunstveranstaltungen in Kooperation mit unterschiedlichen Kultureinrichtungen in Mainz.

ANNA KPOK | WIR MÜSSEN REDEN
Eine performative Installation und ein Tischgespräch
Plötzlich klingelt ein Telefon. Sie nehmen den Hörer ab. Es meldet sich eine unbekannte Stimme: „Hallo, mein Name ist Anna Kpok und wir müssen reden“. Wer ist das?
Diese Anna Kpok, die da jetzt zu Ihnen spricht, ist eine von Vielen: Das Künstler*innenkollektiv Anna Kpok besteht aus sieben bis dreizehn Menschen, die seit 2009 gemeinsam theatrale Entsprechungen ihres Zusammen-Lebens entwickeln. Sie sind verstreut über ganz Deutschland und eine Anna Kpok fehlt immer aber meistens arbeiten sie im Ruhrgebiet.
Warum ruft sie hier an? Warum will sie mit Ihnen reden?
Bei Anna Kpok sind die Zuschauer*innen immer Spieler*innen: Erst im gemeinsamen Handeln entfaltet sich die Erzählung. Sie haben die Möglichkeit mit Anna Kpok zu telefonieren, oder sich mit den anderen Zuschauer*innen in ein ehrliches Tischgespräch zu begeben.
Das Klingeln des Telefons und die vorbereiteten Tische sind eine Einladung, mit Anna Kpok ein ehrliches Gespräch unter Fremden zu führen. Wer spricht heute noch mit Fremden? Vielleicht werden Sie drüber nachdenken, unter welche Bedingungen Gespräche allgemein in Ihrem Leben stattfindet: Bei wem hat etwas Geheimes platz? Wann führen Sie Gespräche auf Augenhöhe? Mit wem überraschenderweise nicht? Oder sie werden sich einfach treiben lassen, und genießen einen ungeplanten Austausch.
Schauen Sie sich um: Sie sind ungestört. Sie haben eine Viertelstunde!
Die Gespräche finden auf Deutsch oder Englisch statt.

DEINE MUDDA | MACHT
Performance | Tanz | Musik
DEINE MUDDA ist ein feministisches Theaterkollektiv. Sie sind schwarz, weiß, of color, ostdeutsch, mit und ohne eigene Migrationserfahrung. Sie sind queer, hetero, trans* und cis.
Die Frauen des Kollektivs sind in verschiedensten Theater-/Performance-Bereichen ausgebildet und aktiv: Von physischem Theater und szenischem Schreiben über Zirkuskünste, Dramatherapie, Tanz und Schauspiel bis hin zu Kabarett, Masken- und Straßentheater.
Das Stück MACHT hat als Ausgangspunkt Fragen: Was heißt feministisches Theater in Zeiten, in denen alles nach rechts rückt und apokalyptische Prognosen die Nachrichten dominieren? Wie gehen wir mit den ganzen Informationen zum Weltgeschehen um? Welche Strategien haben wir, um aktiv zu sein, ohne uns zu schreddern? Welche Ressourcen können wir nutzen?
Entstanden ist eine Collage aus Performance, Tanz und Musik. Das Stück ist verstörend
und berührend, vor allem aber empowernd. Denn: „Niemand hat das Recht zu gehorchen!“

PROF. DR. FRANK ADLOFF
VORTRAG: Konvivialismus 2.0: Zusammenleben in und nach der Krise
Nichts sei seit der Corona-Krise mehr so wie zuvor, meinen viele. Wie kann man sich in einer solchen Situation ein gerechteres Zusammenleben und einen anderen Umgang mit der Natur vorstellen? Gibt es noch Auswege aus den zeitgenössischen vielfältigen gesellschaftlichen und ökologischen Krisenkonstellationen, was steht zu befürchten und was kann man noch hoffen?
Diese Fragen sollen vor dem Hintergrund des zweiten konvivialistischen Manifests diskutiert werden, das von annähernd 300 Wissenschaftler/innen und Intellektuellen diskutiert und unterzeichnet wurde. In der gegenwärtigen Krisensituation ist nichts dringender gefragt als eine Vorstellung davon, wie eine Zeit nach dem Neoliberalismus aussehen kann. Der Konvivialismus stellt eine politische Philosophie dar, die konsequent relational und pluriversal angelegt ist, die das Zusammenleben der Menschen untereinander und das Verhältnis zur Natur auf neue, glaubwürdige und überzeugende Grundlagen stellen möchte.
FRANK ADLOFF ist Professor für Soziologie im Fachbereich Sozialökonomie an der Universität Hamburg und Co-Leiter der dortigen Kolleg-Forschungsgruppe „Zukünfte der Nachhaltigkeit". Zuletzt ist von ihm erschienen: „Politik der Gabe. Für ein anderes Zusammenleben" (Hamburg: Edition Nautilus 2018).

DR. JAN-CHRISTOPH MARSCHELKE
VORTRAG: Geniale Gruppen? Einige Überlegungen zu Künstlerkollektiven
aus den Sozialwissenschaften
„Gemeinsam ist man stärker", heißt es, aber auch: „Zu viele Köche verderben den Brei". Die Frage, in welchem Verhältnis Individuum und Kollektiv stehen, ist eine Kernfrage der Sozialwissenschaften. Um die Dynamik gerade kleinerer Kollektive und die Frage, welchen Einfluss diese auf ihre Mitglieder ausüben, kümmerte sich lange Zeit gar eine eigene Subdisziplin, die Gruppensoziologie. Sind Gruppen besonders leistungsfähig oder nicht? Wie viel Inspiration und Stärkung kann der Einzelne aus dem Gruppendasein schöpfen, wie viel Konformitätszwang herrscht im Kleinkollektiv? Diese klassischen Fragen bekommen eine besondere Note, wenn es um Kunst geht. Denn große Teile der Kunstdiskurse werden nach wie vor beherrscht von der Idee und Norm des genialen Individuums.
Der Vortrag möchte einige aktuelle sozialwissenschaftliche Studien zu Künstlerkollektiven vorstellen, in denen zum einen die beiden Spannungsverhältnisse (Individuum vs. Kollektiv, geniales Individuum vs. geniale Gruppe) thematisiert werden, zum anderen aber auch Wege gesucht werden, Kollektivität neu zu denken.
JAN-CHRISTOPH MARSCHELKE ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an und Geschäftsführer der Forschungsstelle Kultur- und Kollektivwissenschaft an der Universität Regensburg. Er lehrt und forscht zu kultur- und sozialtheoretischen Perspektiven auf Kollektivität, Interkulturalität und Recht.