Bild: Anke Sevenich spielt Beckett

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Der irische Nobelpreisträger und Wahlfranzose Beckett hat mit dem Monolog der in einem Hügel gefesselten Winnie ein dramatisches Meisterwerk und begehrtes Sprachfutter für eine weibliche Darstellerin geschrieben. Endzeitstimmung, Groteske, Metaphysik und Ehekrach sind die thematischen Pole, denen sich die Hauptfigur Winnie in ihren Brabbeleien zwischen Spott, Poesie und tieferer Bedeutung widmet.Loriot’scher Slapstick trifft auf Dante’sche Höllenvisionen, Stindberg’scher Beziehungskrieg kippt in plappernde TV-Soap um. Anke Sevenich, die in Frankfurt geborene und beheimatete Schauspielerin, ist „Winnie“. Ihren Spitznamen „sanftes Biest“ verdankt die Charakterdarstellerin ihrer nachhaltigen Präsenz im deutschen TV-Krimi-Gewerbe.Wo Anke Sevenich auftaucht, liegt immer ein Mord in der Luft, ist sie schließlich die meistbesetzte deutsche Krimidarstellerin. So spielt sie die Elvira in den Frankfurt-Krimis von Jan Seghers (im Herbst wird übrigens die "Partitur des Todes" gedreht). Außerdem kommt demnächst noch der Film von Dror Zahavi mit Senta Berger und Matthias Habich über Heimerziehung in den frühen 60ern in Deutschland raus, auch da ist sie böse mit dabei. Im Kino war sie zuletzt im Historienfilm „Das Gelübde“ in der Regie von Starregisseur Dominik Graf zu sehen.

Die Beckett-Inszenierung von Kathrin Schwedler setzt ganz auf die Bühnenwirkung ihrer Akteurin und die bisher unterbewerteten Stückdetails um Sex, Altersgejammer und Eheterror. Konzeptionell als szenische Lesung mit subtilen Bühneneffekten eingerichtet, fällt ein neuartiger Fokus auf Winnies Gedankenwelt, ihrem Kampf mit den täglichen Ritualen zur geistigen als auch physischen Hygiene. Samuel Beckett- zeitgenössisch und auf Augenhöhe unserer eigenen Alltagswelt zwischen Zähne putzen und Todesgewissheit.