Autorenlesenacht "Wostok goes West" Tickets - Dresden, Societaetstheater, Gutmann-Saal

Event-Datum
Freitag, den 20. Oktober 2017
Beginn: 20:00 Uhr
Event-Ort
An der Dreikönigskirche 1a,
01097 Dresden
Sonstige Ticket-Info
Veranstalter: Jüdische Musik- und Theaterwoche Dresden (Kontakt)

Ermäßigung für Kinder, SchülerInnen, StudentInnen, Auszubildende, Arbeitslose, Bundesfreiwilligendienstleistende, Dresden-Pass-InhaberInnen sowie Schwerbehinderte (ab 80% MdE) und die nachgewiesene notwendige Begleitperson. Gültige Berechtigungsausweise sind erforderlich.
Ticketpreise
ab 13,20 EUR und Ermäßigungen
Weitersagen und mit Freunden teilen
Bild: Jüdische Musik und Theaterwoche Dresden
Als sich vor 25 Jahren der Eiserne Vorhang senkte und das geeinte Deutschland auch zum Ziel osteuropäischer Einwanderer wurde, dachte niemand daran, wie einschneidend sich das auf den deutschen Buchmarkt auswirken könnte: Mittlerweile ist die postsowjetische Literatur nicht mehr wegzudenken: Darunter sind Autoren jüdischer Herkunft – Vladimir Vertlib, Julya Rabinowich, Lena Gorelik, Olga Grjasnova und natürlich Wladimir Kaminer, deren Werke die Identitätsthematik im Dreieck russischer, jüdischer und deutscher Kultur artikulieren – oder auch russlanddeutsche Autoren wie Eleonora Hummel, Nelly Däs, Wendelin Mangold oder Alexander Reiser.

Viele von ihnen haben den großen Schritt getan und schreiben mittlerweile auf Deutsch. Vergleicht man ihre Werke, so gehören biografische Themen zur zentralen Gemeinsamkeit. Die postsowjetische Literatur schrieb außerdem neue Schauplätze und Ereignisse in das kollektive Gedächtnis ein: etwa die Leningrad-Blockade, russische Kindertransporte im Zweiten Weltkrieg und natürlich auch Antisemitismus und antijüdische Prozesse in der ehemaligen Sowjetunion. Auffallend ist das Fehlen der Großväter (gestorben im Vaterländischen Krieg) – dafür schweigende Großmütter, die die Enkelkinder mit einem scheinbar undurchdringlichen Familiengeheimnis konfrontieren. Diese Umgangsweise mit Geschichte steht symbolisch für das nicht gelebte, verdrängte und fremd gewordene Judentum der Großelterngeneration zu Sowjetzeiten.

In unserer Autorenlesenacht freuen wir uns auf je zwei spannende Protagonisten der postsowjetischen Literaturszene. Alle vier arbeiten mittlerweile schon lange in Deutschland oder sind hier geboren.

Olga Martynova liest aus ihrem Gedichtband "Von Tschwirik und Tschwirka" sowie ein kurzes Essay über Ossip Mandelstamm. Oleg Jurjew liest aus seinen Bänden "von orten. ein poem" und "von zeiten. ein poem" sowie aus dem Sammelband "In zwei Spiegeln". Dimitrij Kapitelman liest aus seinem Debütroman „Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters“. Lena Gorelik liest aus ihrem Reiseroman „Verliebt in Sankt Petersburg“.
Bild: Societaetstheater Dresden

Im barocken Gebäude hat ein modernes Theater Einzug gehalten, das Aufführungen des Sprech-, Tanz-, Musik- und Figurentheaters Raum gibt. Freischaffende Künstler aus der Region und Gäste aus dem In- und Ausland stehen inzwischen auf der historischen Bühne. Heute wendet sich das Societaetstheater vor allem Themen und Stoffen der Gegenwart zu. Dazu schaffen Festivals, Werkstattveranstaltungen und Diskussionsforen Experimentier- und Begegnungsräume für künstlerischen wie intellektuellen Austausch. Zwei Bühnen und der Spielraum im Foyer stehen den Künstlern für ihre Projekte zur Verfügung. Im Sommer lockt ein zusätzlicher Spielraum in den barocken Garten. (Quelle: societaetstheater.de // Foto: Max Messer)

Societaetstheater, Gutmann-Saal, Dresden