Bild: Benefizkonzert - Asamkirche AldersbachBild: Benefizkonzert - Asamkirche Aldersbach
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Information zur Veranstaltung

Benefizkonzert zu Gunsten der Innenrenovierung der Asamkirche Aldersbach
Giuseppe Verdi: Messa da Requiem 


Veranstalter: Freunde der Asamkirche Aldersbach
Ziel der Veranstaltung ist es, die geplante Innenrenovierung der Asamkirche in Aldersbach zu unterstützen.

Mitwirkende Künstler:
Der Chor und das Orchester der Chorphilharmonie Regensburg e.V. zusammen mit den internationalen Solisten:
Gesche Geier, Sopran,
Sonja Koppelhuber, Alt,
Juan Carlos Falcón, Tenor, 
Seymur Karimov, Bass,

Leitung: Horst Frohn

Das monumentale Werk mit großer sinfonischer Besetzung – allein sechs Trompeten werden benötigt – entstand nur drei Jahre nach der „Aida“ und ist von opernhafter Dramatik und dem tiefen Nachfühlen menschlicher Empfindungen durchdrungen. Nur setzt sich Verdi nicht mit Gefühlen von Hass oder Liebe, sondern mit der Begegnung mit dem Tod auseinander.

Werkbeschreibung:
Kurz nach dem Tode von Rossini im Jahre 1868 machte Verdi seinem Verleger den Vorschlag, zum Gedenken des von aller Welt verehrten Meisters sollten die führenden Komponisten Italiens aufgefordert werden, gemeinsam eine Totenmesse zu schreiben. Sie sollte am Jahrestag von Rossinis Tod in der Kirche von San Petronio zu Bologna erklingen. Der Plan wurde begeistert angenommen, Verdi selber steuerte den Schluss “Libera me” bei. Zu einer Aufführung kam es allerdings nicht, denn Unstimmigkeiten mit dem Dirigenten Mariani und mangelnde Unterstützung der Behörden ließen das Projekt schließlich scheitern.
Ein Freund Verdis, Mazzucato, sah das Manuskript dieses Messen-Pasticcios bei Ricordi und teilte dem Komponisten seine Begeisterung für den schönen Schlusssatz mit. Verdi schrieb zurück: “Ihre Worte hätten beinahe in mir den Wunsch entstehen lassen, später einmal die ganze Messe zu schreiben; umso mehr als ich, bei einiger ausführlicherer Entwicklung das ‘Requiem’ und das ‘Dies irae’ schon fertig hätte, deren letzter Nachhall ja in dem bereits komponierten ‘Libera me’ zu finden ist. Als vier Jahre später der große italienische Dichter Alessandro Manzoni im Alter von 88 Jahren starb, fasste Verdi den Entschluss, zu Ehren dieses Mannes sein Requiem-Fragment zu vervollständigen. Die Ausarbeitung erfolgte während der Sommer- und Herbstmonate des Jahres 1873 in Paris. Zur Uraufführung kam das Werk am 22. Mai 1874, am ersten Jahrestag des Todes von Manzoni, in der Kirche von San Marco in Mailand. Die Leitung hatte der Komponist. Neben einem Chor von 120 Sängern und einem Orchester von 100 Musikern wirkten führende Solisten der Scala mit: Teresa Stolz und Maria Waldmann, die zwei Jahre zuvor bei der europäischen Erstaufführung von “Aida” in Mailand gefeiert wurden, und die Herren Capponi und Maini.
Binnen weniger Tage erfolgten drei Wiederholungen in der Scala. Die erste leitete wiederum Verdi, und begeistert begrüßte das Mailänder Publikum das jüngste Meisterwerk des großen Theatermannes. Kurze Zeit danach dirigierte Verdi sieben Aufführungen 
des Werkes in der Pariser Opéra Comique, und nachfolgende Aufführungen in London, Wien und Köln bestätigten den durchschlagenden Erfolg.
Von zahlreichen Vertonungen des traditionellen Requiem-Textes hat neben der von Mozart kaum eine so universale Anerkennung gefunden wie die von Verdi, wenn auch mancher Kritiker von damals, aus Voreingenommenheit gegen das Opernschaffen des Komponisten, dieses geistliche Werk als zu theatralisch ablehnte: So schrieb der Wagnerianer Hans von Bülow 1874, es handele sich um eine „Oper im Kirchengewande“ - ein Urteil, das eben so oft wie ungerecht seit den Anfängen mehrstimmiger Musik über viele Meisterwerke sakraler Kunst ausgesprochen wurde. Guiseppina, die Ehefrau des Komponisten entgegnet dem: „Ich sage, ein Mann wie Verdi muss schreiben, wie Verdi schreiben muss, also dem entsprechend, wie er den Text empfindet und versteht.“ Positiv betrachtet trifft die Kritik von Bülows genau. Verdi verstand es in seinen Opern die Regungen der menschlichen Seele, Wut, Angst, Trauer, Sehnsucht, gekonnt in Szene zu setzen – genau jene Affekte, die in einer Totenmesse gebraucht werden. Verdis Requiem ist keine distanziert-vergeistigte Messkomposition. Der Tod erscheint hier mit der Gewalt einer Naturkatastrophe. Der Mensch steht dem machtlos gegenüber, die Perspektive bleibt irdisch und voller Emotionalität. Dazu benutzt er die Macht eines riesigen Orchesterapparates. Im „Dies Irae“ setzt er zuzüglich zu der großen Bläserbesetzung noch vier Ferntrompeten ein.
Im Kyrie hören wir die Bitte um Gnade aus der Sicht des verinnerlichten Gedenkens der Zurückgebliebenen. Das „Dies Irae“ zeugt von der Panik, der Angst des Menschen in der Begegnung mit dem Phänomen des Todes. Das Offertorium ist ein leidenschaftlicher Ruf nach Befreiung aus der Macht des Todes. Im Sanctus schwingt sich der der Kirche eigentlich nicht sehr nahestehende Katholik Verdi zu einem doppelchörigen Lob Gottes auf. Wie eine stille Meditation wirkt dagegen das Agnus Dei, das mit einem Unisono der beiden Solostimmen beginnt. Im Lux aeterna und in der abschließenden Bitte um Erlösung des Libera me begegnet uns die Angst vor dem Nichts genauso wie die christliche Hoffnung auf das Leben nach dem Tod.
Das Requiem, Verdis letztes großes Werk vor “Othello” und “Falstaff“, bildet mit diesen beiden genannten Alterswerken die absolute Krönung und den Höhepunkt seines kompositorischen Schaffens.