Bloch Ensemble: Energico Tickets - Münster, Erbdrostenhof

Event-Datum
Sonntag, den 04. Februar 2018
Beginn: 18:00 Uhr
Event-Ort
Salzstraße 38,
48143 Münster
Sonstige Ticket-Info
Veranstalter: GWK (Kontakt)

Der Erbdrostenhof in Münster ist leider nicht barrierefrei, die Veranstaltungen sind also nicht für Rollstuhlfahrer zugänglich.
Rollstuhlfahrer melden sich bitte bis 2 Tage vor dem Konzert an unter: 0251-591 3041.
Ticketpreise
ab 22,00 EUR und Ermäßigungen
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Bild: Chapeau Classique - Konzerte Junger Virtuosen
Schiere Begeisterung für die Werke dieses Abends sowie der Wunsch, sich das, was sie zutiefst ergreift, zu eigen zu machen und mit anderen zu teilen: deshalb schlossen sich die sechs Preisträger renommierter internationaler Wettbewerbe – Lena Eckels bekam zudem den GWK-Preis – zum Bloch Ensemble zusammen. Zwei monumentale, kaum je zu erlebende Werke der Kammermusik haben die Virtuosen auf dem Programm.

Für viele Insider ist er das vierte „B.“ nach Bach, Beethoven und Brahms, der Schweizer Ernest Bloch, der 1924 amerikanischer Staatsbürger wurde. „Ich schreibe ohne Rücksicht darauf, die sog. ‚Ultramodernen‘ oder die sogenannten ‚Altmodischen‘ zufrieden zu stellen“, bemerkte Bloch über sein Klavierquintett (1921–23). Im Willen zum authentischen Ausdruck widersetzte er sich jeder Dogmatik. An zahlreiche Techniken und Stile anknüpfend, war Bloch um eine autonome jüdische Musik bemüht und begründete mit seinen Werken im „hebräischen Ton“ die „neujüdische Musik“ in den USA. In seinem Klavierquintett gelingt es ihm durch den gezielten Einsatz von Vierteltönen zusätzlich zu den westlichen Intervallen, die Emotionen fast bis zum Zerreißen zu spannen. Extreme Stimmungen wechseln einander ab. Meditative, melancholische oder wilde Passagen, primitive Leidenschaft und Noblesse, Zartheit, Zärtlichkeit – schlussendlich Frieden und Erlösung in C-Dur. Höchst expressiv und dramatisch auch Felix Weingartners Sextett (1904). Der prominente Dirigent, Klaviersolist, Pädagoge, Musikschriftsteller – u.a. wurden unter ihm die Wiener Philharmoniker weltberühmt – wurde als Komponist totgeschwiegen. Doch heute werden seine Werke wiederentdeckt. Gebrochen düster sein Sextett, mit himmlischen Aufstiegen und schwelgenden Akkorden, paradiesischen Augenblicken. Opulenz des Klangs bei hochgespannter Emotionalität. Bedrohlich-diabolisch die „anfangs jähzornig emporschießende Chromatik, die sich als roter Faden durch alle vier Sätze zieht“ (E. van den Hoogen). Die Idylle ist ambivalent, das Scherzo wohl nur ein vermeintliches: als wollte ein Caféhausgeiger den Absturz aufhalten, tändelnd, tänzelnd, tanzend, Walzer und Schmäh; energischer, insistierend dann alle Sechse zusammen. Sind Gelingen und Glück reale Möglichkeiten oder nur ewig unerfüllbarer Anspruch?

Programm:
Ernest Bloch (1880–1959): Klavierquintett Nr. 1
Felix Weingartner (1863–1942): Sextett e-Moll op. 33 für Klavier, 2 Violinen, Viola, Violoncello und Kontrabass

Musiker:
Byol Kang und Sarah Christian (Violine)
Lena Eckels (Viola)
Anastasia Kobekina (Violoncello)
Burak Marlali (Kontrabass)
Boris Kusnezow (Klavier)

Erbdrostenhof, Münster