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Buchlesung: Stefan Schomann - Auf der Suche nach den wilden Pferden Tickets - Köthen, Anna-Magdalena-Bach-Saal

Event-Datum
Sonntag, den 14. November 2021
Beginn: 16:00 Uhr
Event-Ort
Schlossplatz 4,
06366 Köthen
Sonstige Ticket-Info
Veranstalter: Köthen Kultur und Marketing GmbH (Kontakt)

Begleitpersonen für Schwerbeschädigte erhalten freien Eintritt ( nach Vorlage eines gültigen Nachweises ).
Rollstuhlfahrerplätze sind in den Vorverkaufsstellen zu erfragen.
Ticketpreise
von 10,00 EUR bis 13,00 EUR *
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Buchlesung: Stefan Schomann - Auf der Suche nach den wilden Pferden

Bild: Buchlesung: Stefan Schomann -  Auf der Suche nach den wilden Pferden
Das Buch erzählt das Schicksal der Przewalskipferde, in ihrem mongolischen Streifgebiet auch Tachi genannt. Es ist ein Versuch in eurasischer Heimatkunde, mit dem Pferd als Leittier. Auf ausschweifenden Exkursionen durch Raum und Zeit erkundet es die Welt der Steppe, die sowohl Europa wie auch China stets verkannt haben.

Eines der farbigsten und weltläufigsten Kapitel der anhaltischen Geschichte nimmt dabei eine zentrale Stellung ein: Askania Nova. So hieß eine Art Kolonie, die das Herzogtum Anhalt-Köthen im Süden Russlands aufbaute. Von 1828 an machten sich mehrere große Trecks aus Schafzüchtern, Kleinbauern und Handwerkern auf den weiten Weg ins Hinterland der Krim; alles in allem rund achttausend Schafe und gut hundert Kolonisten. Das Unternehmen verlief durchaus erfolgreich, wenn auch nicht so rentabel, wie die herzoglichen Kämmerer es sich erhofft hatten. Nach dem Krimkrieg wurden Vieh und Liegenschaften schließlich an die Siedlerfamilie Falz-Fein verkauft. Daraufhin kehrte 1857 ein umgekehrter Treck mit einem Großteil der Kolonisten sowie zweihundert Steppenpferden nach Dessau zurück. Johann Friedrich Naumann sammelte zu dieser Zeit systematisch die Vogelwelt Neu-Askaniens; bis heute verfügt sein Museum im Schloss über zahlreiche Exponate von damals.

Die Region um Askania Nova bildete dann den letzten Rückzugsraum des Tarpan, des osteuropäischen Wildpferds. Um 1900 führte Friedrich Falz-Fein schließlich die ersten Przewalskipferde dort ein, womit er den Grundstein für das Überleben dieser noblen Tierart legte. Ein Pionier des Natur- und Artenschutzes, schuf er einen privaten Wildpark inmitten der Steppe, der ökologisch wie auch biotechnologisch wegweisend wurde. Für die Lesung stellt Stefan Schomann jene drei Kapitel in den Mittelpunkt, die dem Aufbauwerk der Kolonisten und dem Falz-Fein´schen Imperium gewidmet sind, aber auch einem Besuch im Askania Nova von heute. Przewalskipferde aus dieser Zucht sind sogar nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl ausgewildert worden – davon erzählt ein weiteres Kapitel.