Cafe Cantante - Klassik meets Weltmusik
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Information zur Veranstaltung

Das Bild von Roma und Sinti in der öffentlichen Wahrnehmung ist zu oft noch geprägt von starren Vorurteilen - selten ist ein unverstellter Blick auf die "Minderheit" von einigen Millionen Menschen, die sich vielerorts zunehmend aggressiven, antiziganistischen Übergriffen und Verbrechen ausgesetzt sieht.

Andererseits fasziniert ihre Musik immer wieder in neuen Farben: in den letzten Jahren waren es die Balkan-Brass-Bands, davor der Gipsy-Swing und der Flamenco der Gitanos. Noch weiter zurück in der Geschichte war die Welt hingerissen von den virtuosen Roma-Geigern aus Ungarn. Die Roma und ihre Musik haben Musikgeschichte geschrieben. Wenn wir uns hier ihrer Musik nähern, dann ist das auch ein Plädoyer und eine Aufforderung zu gesellschaftlichem Respekt.

Das letzte Café Cantante war den musikalischen Spuren der Roma in Andalusien gewidmet - vom „Cante jondo“ des Flamenco bis hin zu jener Gitana aus Sevilla, der George Bizet vor 140 Jahren mit der weltweit meistgespielten Oper „Carmen“ ein Denkmal gesetzt hat. Das neue Café Cantante lässt die weniger bekannten Spuren der Roma in der klassischen Liedkunst des 19. Jahrhunderts entdecken.

Bilder und Mythen von naturverbundenen und freiheitsliebenden Zigeunern waren eine Quelle der Inspiration für romantische Dichter und Komponisten. Robert Schumann schrieb 1849 zwei „Zigeunerliedchen“. Franz Liszt vertonte 1860 Nikolaus Lenaus Ballade „Die drei Zigeuner“. In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts komponierte Antonín Dvorák seine „Cigánské melodie“ und Hugo Wolf das Lied „Die Zigeunerin“ auf ein Gedicht von Joseph von Eichendorff. 1890 begeisterte Johannes Brahms das Berliner Publikum mit acht „Zigeunerliedern“ als vokales Gegenstück zu seinen damals schon berühmten „Ungarischen Tänzen“.

Das Café Cantante präsentiert eine Auswahl dieser Kompositionen aus dem Genre des „Kunstliedes“ - umrahmt von mündlich überlieferten Liedern der Sinti und Roma. Als Wiener Schmankerl gibt es obendrauf aus Operetten von Robert Stolz und Emmerich Kálmán zeitgenössisches „Zigeuner-Feeling“. Eine vielstimmige und die Grenzen von Klassik und Weltmusik überschreitende Hommage an eine Musik, die Europa seit Jahrhunderten inspiriert, bereichert und fasziniert.

Die Konzertreihe »Café Cantante« präsentiert seit vielen Jahren im Kulturzentrum franz.K in Reutlingen internationale Gesangskultur in lockerer Atmosphäre und bei stimmungsvollem Kerzenlicht an den Bistro-Tischen. Passend zum Thema des Abends gibt es im Foyer kleine Köstlichkeiten zum Essen und Trinken. Wer bereits vor dem Konzert typisch zu Abend essen möchte, kann dies im Café Nepomuk tun, denn das Restaurant im Haus bietet aus Anlass des Café Cantante südosteuropäische Spezialitäten an.