Carmen Steinmeier (Harfe): Grand Tour Tickets - Emsdetten, Privathaus

Event-Datum
Freitag, den 11. August 2017
Beginn: 20:00 Uhr
Event-Ort
siehe Ticket,
48282 Emsdetten
Sonstige Ticket-Info
Veranstalter: GWK (Kontakt)

Ermäßigungsberechtigt sind:

GWK-Mitglieder, Schüler, Studenten, Schwerbehinderte, Arbeitslose, Sozialdienstleistende.

Rollstuhlfahrer melden sich bitte direkt bei der GWK an. Tel: 0251-5913041 oder Sabrina.dettmar@lwl.org.

Die Ermäßigungsberechtigung ist am Einlass vorzuzeigen.
Ticketpreise
ab 20,00 EUR und Ermäßigungen
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Bild: Küchenterz
Sonst organisieren die Gastgeber mit dem emskult e.V. Theater und Jazz für die große Emsdettener Bühne. Beim KÜCHENTERZ allerdings liegen in ihrem Wohnzimmer die Bretter, die die Welt bedeuten: wenn die frischgebackene GWK-Preisträgerin Carmen Steinmeier auf „Grand Tour“ mit Harfe entführt. Musikalisch geht’s quer durch Europa und bis zu 300 Jahre zurück. Das ist „Retro“ im besten Sinn des „Retour“, Rückkehr mit Überraschungseffekt, ein Entdeckungstrip in die äußere und innere Welt, an Gegensätzen und Spannung(en) reich.

Vielsprachig und -seitig, musikweltgewandt bricht die junge Meisterin auf. Sie hält sich an Scarlatti: Zehn Finger habe ihm die Natur gegeben, weshalb also solle er nicht alle zehne gebrauchen, fand er – und fegte die bis dato gültigen Regeln der Komposition beiseite. Was auf dem Cembalo strahlt, klingt, von einer Könnerin gespielt, auch auf den 47 Saiten der Harfe silbrig, transparent und fein. Das Gegenteil filigranen Barocks dann im romantischen Impromptu Faurés: gewaltige Soundflächen, Glissandi rauf und runter. Empfindsam C.P.E. Bachs Harfensonate. Dem Adagio zum Sinnen und Träumen folgen gleich zwei Allegros, fetzige Tanzsätze, die Laune machen. „Ihr Freunde, hänget, wann ich gestorben bin, / die kleine Harfe hinter dem Altar auf“, damit die Saiten im Abendrot ertönen, „leise wie Bienenton:/ die Kinder, hergelockt vom Kirchhof,/ hörtens“. Nach einem Gedicht Höltys, der nur 28 wurde, schrieb Hindemith den dritten Satz seiner Solosonate. Ihr erster mit seinen schweren, breiten Klängen lässt einen Kirchenraum erstehn, während der zweite in seiner Leichtigkeit Kinderspiel evoziert. Für die Kirche San Gian im Engadin – und seine Frau, die „Harfen-Fee“ Ursula Holliger – schrieb Holliger seine Sequenzen, unter dem biblischen Motto: „Ich sah, dass der Geist herabfuhr wie eine Taube vom Himmel und blieb auf ihm“. Ein Werk der Extreme, ausgreifende Höhen und Tiefen, neben den herkömmlichen kommen abgefahren-innovative Spieltechniken zum Zug. Ein russischer Tusch markiert das Ziel der Grand Tour: „Fingerakrobatik“ und Entertainment vom Feinsten.

Programm:
Paul Hindemith (1895–1963): Sonate für Harfe solo
Domenico Scarlatti (1685–1757): Sonata L54, Sonata L132
Gabriel Fauré (1845–1924): Impromptu op. 86
Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788): Sonate G-Dur Wq139
Heinz Holliger (*1939): Sequenzen über Johannes I, 32
Ekaterina Adolfovna Walter-Küne (1870–1931): Fantasie über Themen der Oper „Eugen Onegin“ von Peter Tschaikovski