Bild: Cavalo de Santo - Theater Krefeld Mönchengladbach
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Information zur Veranstaltung

Ein Mann und eine Frau in einem Apartment. Tropische Pflanzen wuchern überall. Es ist heiß und feucht. Ein Sofa, ein Holzstuhl, ein alter Fernseher und ein Käfig mit einem großen blauen Ara. Es regnet in Strömen. Der Mann betet. Dann geschieht etwas mit ihm, er verwandelt sich, tanzt ein paar Schritte: Exu, der afro-brasilianische Götterbote, hat von ihm Besitz ergriffen …
 
Eine Sambatänzerin mit dunkler Haut und grünen Augen, ein Fußballtrikot, eine katholische Madonna mit schwarzer Hautfarbe, eine Schale mit Essen an einer Straßenkreuzung für Exu, ein toter schwarzer Hahn am Strand, unzählige bunte Häuser, die sich am Hang festkrallen.
 
Facetten eines Landes, die eine Gemeinsamkeit haben: Sie sind Symbole eines Brasiliens zwischen Afrika und Europa mit einer eigenen, tropischen Identität, gespeist aus der Kultur der brasilianischen indigenen Bevölkerung, afrikanischen Sklaven und der europäischen Kolonialherren.
 
Die Ursprungskulturen wurden verschlungen, verdaut, Unbrauchbares ausgeschieden. Etwas Neues, Vielschichtiges und Eigenes ist entstanden! Ist Brasilien immer noch ‚Land der Zukunft’ – Vorbild für ein Europa, das zwischen kultureller Grenzbefestigung und Hybridität schwankt? Cavalo de Santo –
 
Der Regisseur Jessé Oliveira lebt und arbeitet in Porto Alegre, Hauptstadt des südlichsten Bundeslandes Brasiliens. 2002 gründete er die afro-brasilianische Theatergruppe Caixa Preta (Blackbox), mit der er hauptsächlich Klassiker insze- niert, die er mit brasilianischer Geschichte und Kultur verknüpft. Er übernahm bislang bei über vierzig Stücken die Regie und war zu zahlreichen Festivals in Brasilien, Uruguay, Argentinien, Venezuela, Chile und Cuba eingeladen. Cavalo de Santo ist ein Auftragswerk für das Gemeinschaftstheater mit dem Oliveira nun gleichzeitig auch sein Regiedebüt in Europa gibt.