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DIE JÜDIN VON TOLEDO Tickets - Dresden, Societaetstheater, Gutmann-Saal

Event-Datum
Donnerstag, den 21. Oktober 2021
Beginn: 20:00 Uhr
Event-Ort
An der Dreikönigskirche 1a,
01097 Dresden
Sonstige Ticket-Info
Veranstalter: Societaetstheater gGmbH (Kontakt)

Ermäßigungen werden gegen Vorlage eines gültigen Berechtigungsausweises für Kinder, Schüler, Studenten, Auszubildende, Rentner, Arbeitslose (ALG I und II), Schwerbeschädigte (ab 80%) sowie Inhaber des Dresdenpasses gewährt. Weitere Ermäßigungen für ALG II-Empfänger und Inhaber des Dresdenpasses an der Abendkasse des Theaters.
Ticketpreise
ab 17,60 EUR und Ermäßigungen *
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Bild: Die Jüdin von Toledo - Cie. Freaks und Fremde
Cie. Freaks und Fremde zeichnet Feuchtwangers Roman szenisch nach, übermalt und untersucht ihn. Dank der kunstvollen Marionetten des international gefragten Puppenbauers Christian Werdin etabliert sich dabei ein historisches, märchenhaftes Tableau. Auch Lion Feuchtwanger selbst wird die Bühne betreten. Die Darsteller eröffnen mit ihm einen lustvollen Diskurs über Frauen, Politik, das Fremde, die Chancen von Mischgesellschaften, die zerstörerische Kraft des kulturellen Tunnelblicks und verstummen vor dem Unsagbaren.

Die iberische Halbinsel war im Mittelalter ein Schmelztiegel der Kulturen. Hier standen sich einerseits muslimische und christliche Reiche kriegerisch gegenüber, andererseits verwoben sich nirgends in Europa die Kulturen derart fruchtbar wie an diesem Ort. Mitten in diesem Schmelztiegel gediehen die Lehren und Weisheiten, die Übersetzungs- und Überlieferungsleistungen des sephardischen Judentums. Hebräische Gelehrte und Geschäftsleute verbanden antike und christliche Traditionen, islamische Kultiviertheit, Wissenschaft und Technologie mit den eigenen großen Werken. Wie lebendig und fragil derart vielfältige Mischkulturen sind, davon erzählt Feuchtwangers Roman.
Im Meuchelmord sowohl an der schönen Jüdin Raquel, der Geliebten des christlichen Herrschers, und ihres Vaters als auch in der späteren poetischen Verklärung der Liebe zwischen der Jüdin und dem König Alfonso spiegelt sich beispielhaft der ambivalente Umgang mit dem Fremden in fragilen Gesellschaften.

„Reiße dich los von deinem Anker, spricht Jahve. / Ich liebe nicht, die im Hafen verschlammen. / Ein Greuel sind mir, die verfaulen im Gestank ihrer Trägheit. / Ich habe dem Menschen Schenkel gegeben, ihn zu tragen über die Erde, / Und Beine zum Laufen, / Dass er nicht stehen bleibe wie ein Baum in seinen Wurzeln. Denn ein Baum hat nur eine Nahrung. / Aber der Mensch nähret sich von allem, / Was ich geschaffen habe unter dem Himmel. / Ein Baum kennt immer nur das gleiche, / Aber der Mensch hat Augen, dass er das Fremde in sich einschlinge, / Und eine Haut, das andere zu tasten und zu schmecken.“
(Der Psalm des Weltbürgers von Josephus Flavius, aus »Der jüdische Krieg« von Lion Feuchtwanger)

Künstlerische Leitung und Darsteller : Kathleen Gaube, Ariella Hirshfeld, Sabine Köhler, Heiki Ikkola, Dirk Neumann | Puppenbau: Christian Werdin | Musik: Frieder Zimmermann | Mitarbeit Regie, Dramaturgie: Jörg Lehmann | Technische Leitung: Josia Werth | Videoarbeiten: Beate Oxenfart | Bühnenbau: Peter Tirpitz

Dauer: ca. 90 MIn.

Gefördert von: Landeshauptstadt Dresden – Amt für Kultur und Denkmalschutz , Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, Fonds Darstellende Künste / NEUSTART KULTUR #takeaction
Bild: Societaetstheater Dresden

Im barocken Gebäude hat ein modernes Theater Einzug gehalten, das Aufführungen des Sprech-, Tanz-, Musik- und Figurentheaters Raum gibt. Freischaffende Künstler aus der Region und Gäste aus dem In- und Ausland stehen inzwischen auf der historischen Bühne. Heute wendet sich das Societaetstheater vor allem Themen und Stoffen der Gegenwart zu. Dazu schaffen Festivals, Werkstattveranstaltungen und Diskussionsforen Experimentier- und Begegnungsräume für künstlerischen wie intellektuellen Austausch. Zwei Bühnen und der Spielraum im Foyer stehen den Künstlern für ihre Projekte zur Verfügung. Im Sommer lockt ein zusätzlicher Spielraum in den barocken Garten. (Quelle: societaetstheater.de // Foto: Max Messer)