Bild: Das Goldene Vlies - Hans Otto Theater
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Information zur Veranstaltung

Es bedeutet Macht, Ruhm und Reichtum: das goldene Vlies, das herrliche Fell eines göttlichen Widders. Alle wollen es haben. Und so stehen Raub und Mord am Anfang dieser großen mythischen Erzählung: Um sich des Vlieses zu bemächtigen, bricht König Aietes das heilige Gastrecht und tötet hinterrücks den Griechen Phryxus, der als Schutzsuchender zu ihm ins ferne, unwirtliche Kolchis geflohen war. Seine schöne, wilde Tochter Medea, begabt mit magischen Kräften, muss ihm bei der Bluttat zur Hand gehen. Jahre später segelt der junge griechische Held Jason nach Kolchis, um das Widderfell für sich zu erobern. Als er dort Medea begegnet, sind beide wie vom Blitz getroffen: Es ist die große Liebe, ein rauschhaftes Glück über die Verschiedenheit ihrer Herkünfte hinweg. Er schwört ihr ewige Treue. Sie hilft ihm, das Vlies in seinen Besitz zu bringen, verrät dafür ihren Vater, wird mitschuldig am Tod des Bruders und lässt schließlich alles hinter sich. Das ungleiche Paar flieht hinaus aufs offene Meer und bittet um Asyl bei König Kreon. Doch hier, in der zivilisierten Welt, begegnet man Medea, der Fremden, der Barbarin, mit Misstrauen und Abscheu. Für Jason wird sie zu einer Last; sie verbaut ihm den Weg in eine glücklichere Zukunft. Also sagt er sich von ihr los. Medea – verstoßen, betrogen, verraten und abgeschnitten von der Heimat – nimmt auf fürchterliche Weise Rache.

Grillparzers Version des großen antiken Stoffes weist voraus auf die zentralen Konflikte unserer Zeit: Es geht um die Gier nach Gold, um den endlosen Kreislauf der Gewalt, um Fremdsein, Ausgrenzung und den Zusammenprall der Kulturen. Zugleich erzählt sie eine leidenschaftliche Liebesgeschichte, die als Ehetragödie endet.