Der Hauptmann von Köpenick - Theater Philharmonie Thüringen
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Information zur Veranstaltung

„Erst kommt de Wanze, und dann de Wanzenordnung!
Erst der Mensch, Friedrich!
Und dann de Menschenordnung!“
Wilhelm Voigt

Wilhelm Voigt sucht nach zehn Jahren Zuchthaus eine neue Arbeit in Berlin. Eine Anstellung bekommt er jedoch nur mit Meldeschein, den Meldeschein aber erst, wenn er eine Anstellung nachweisen kann. Gefangen in den Mühlen der Bürokratie, weiß er vorerst nur einen Ausweg: Er muss in die Polizeidirektion einbrechen, seine Papiere vernichten und sich selbst neue Dokumente ausstellen. Doch der Plan scheitert bei der Umsetzung und Voigt wandert erneut für fünfzehn Jahre ins Gefängnis. Wieder auf freiem Fuß, sieht er sich denselben bürokratischen Hürden ausgesetzt wie zuvor. Ein Neuanfang, der Beginn eines bürgerlichen Lebens, scheint unmöglich. Mittellos und ohne Aussicht auf Besserung seiner Lage, besinnt sich Voigt seiner Kenntnisse über das preußische Militär. Darauf aufbauend entwickelt er eine außergewöhnliche List, seinem unglücklichen Dasein ein für allemal zu entkommen.

Carl Zuckmayers (1896-1977) Stück wurde 1931 veröffentlicht und in der Weimarer Republik mit großem Erfolg gespielt. Durch den Berliner Dialekt hat Zuckmayer die Komödie nicht nur stark mit ihrem Handlungsort verbunden, sondern auch eine Milieustudie gezeichnet, die die Sorgen und Nöte der Menschen am Rande der Gesellschaft aufzeigt. Wilhelm Voigt ist ein Hochstapler wider Willen, ein einfacher Mann, der ein wenig auf die schiefe Bahn geraten ist und nun vergeblich seinen Platz in der Welt sucht. Zugleich parodiert das Stück die Oberflächlichkeit der reichen Gesellschaftsschicht und die Unzulänglichkeiten des bürokratischen Systems, in dem ein Stück Papier definiert, welchen Wert ein Menschenleben hat und ein mit Orden dekorierter, maßgeschneiderter Stoff seinem Träger unbestrittenen Respekt verschafft.