Bild: Der Tod und das Mädchen - Theater Ansbach
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Information zur Veranstaltung

Der Tod und das Mädchen

Spät abends kehrt ein Mann zu seiner Frau nachause – eine Panne hat ihn aufgehalten, ein vorbeikommender Autofahrer war so freundlich, ihn mitzunehmen. Doch seine Frau glaubt just in diesem Retter in der Not den Mann wiederzuerkennen, der einst ihr Peiniger war – in ihrer Zeit als Gefangene des inzwischen abgelösten Militärregimes. Ihr Mann jedoch zweifelt, 
und ein psychologischer Kampf um Rache und Gerechtigkeit ebenso wie um Glaubwürdigkeit und Vertrauen entspinnt sich. Ein Spiel um Macht und Machtlosigkeit, Bedrängnis und letztlich Befreiung – real wie seelisch. 

Ariel Dorfmans 1991 uraufgeführtes Kammerspiel ist ein Thriller, erschütternd und spannend zugleich, ein Psychodrama, das tief in menschliche Abgründe blicken lässt und die Fragilität scheinbar zivilisierter Gesellschaften auf eindringliche Weise aufzeigt. Angesichts der Infragestellung von scheinbar unantastbaren Menschenrechten und dem zunehmenden Verlust ethischer Paradigmen ist dieses im Südamerika der Post-Pinochet-Ära angesiedelte Stück doch erschreckend aktuell und hochpolitisch. Und so paradox es klingen mag – es geht dabei um Gerechtigkeit. Diese Tugend sei ein beharrlicher Wille, jedem das ihm Zustehende zukommen zu lassen. Und konfrontiert uns mit der heiklen Frage, wann der Wille zur Gerechtigkeit in Rache umschlägt; wann diese Tugend, die doch eigentlich absolut gut sei, in (Selbst-) Zerstörung umschlägt. Eine Frage, die «Der Tod und das Mädchen» stellt.

«Die Gerechtigkeit gibt es nicht, ja, sie ist sogar nur insofern ein Wert, als es 
Gerechte gibt, die sie verteidigen.»