Der Weltverbesserer
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Information zur Veranstaltung

Der Weltverbesserer - Thomas Bernhard


Wenn wir etwas sagen werden wir nicht verstanden Wenn wir die Wahrheit sagen ist es doch nur gelogen

Der Haustyrann sitzt gelähmt in seinem Sessel, nörgelt, schimpft, schindet die Frau und seine Umwelt. Er ist krank und leidet gern an seinen Krankheiten – Unbildung und Geistlosigkeit der Welt erlauben ihm gar keine andere Existenz. Er, der größte lebende Philosoph, wird missverstanden, weil er grundsätzlich nicht verstanden werden kann. Heute wird er die Ehrendoktorwürde für sein »Traktat zur Verbesserung der Welt« von den Würdenträgern der Stadt und der Universität Frankfurt verliehen bekommen. Die Schrift ist in 38 Sprachen übersetzt, hat den Autor weltberühmt und reich gemacht, und das obwohl kein Mensch sie je verstanden hat, denn die Kernaussage würde niemand mit einer Auszeichnung bedenken: Die Welt lässt sich nur verbessern, wenn sie total abgeschafft wird! Diejenigen, die ausgelöscht werden sollen, feiern und bewundern so eine Schrift, die ihren eigenen Tod fordert. Der Theaterkritiker Georg Hensel schreibt: Der finsterste und zugleich komischste Bernhard, den es je gab. Eine Farce über einen redewütigen Misanthropen, der alles Weltgeschehen schlimmstmöglichst deutet: Eine Komödie / haben wir geglaubt / aber es ist doch eine Tragödie / nach und nach / wird in diesen Mauern / eine Tragödie gespielt. Bernhard hat in seinen Theaterstücken und in seinen Romanen den monologisierenden Seinsverächter erfunden, für den die Welt naturgemäß nicht sinnstiftend sein kann, weil sie vornehmlich Krankheit, Tod und allgemeines Unglück bereithält. Seine Figuren reflektieren in wortgewaltiger Suada geradezu manisch die menschliche Existenz angesichts der Verzweiflung, die sich aus der Endlichkeit des Daseins ergibt; radikale Befunde und Fragestellungen, die aber die Möglichkeit in sich tragen, über den Umgang des Menschen mit sich selbst in der Gesellschaft nachzudenken, über das, was Politik vermag.