Bild: Der Zwerg - Das KunstliedfestivalBild: Der Zwerg - Das Kunstliedfestival
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Information zur Veranstaltung

DER ZWERG wächst. Jedes Jahr und mit jeder Ausgabe wächst die Außenwirkung, der Bekanntheitsgrad beim Publikum und das Interesse der Medien. Was als eine fixe Idee in einem Frankreichurlaub anfing, hat längst eine unvorhergesehene Dimension erreicht. Ich selbst bin immer wieder überrascht davon, wie sehr sich Sindelfingen in eine Stadt von Liedliebhaberinnen und -liebhabern verwandelt hat. Ich glaube es liegt daran, dass in den Liedern etwas steckt, das der Mensch braucht: Wie in der Romantik leben auch wir in einer Welt, die von technischen Neuerungen und politischen Veränderungen geprägt ist. Mit der Veränderung entstehen neue Möglichkeiten und die Entscheidung darüber, was wir in der Zukunft tun, basiert darauf, wer wir sind und wie unsere Überzeugungen aussehen.

Lieder beschäftigen sich mit dem Inneren des Menschen, mit seinem Leben, seiner Liebe und seiner Angst; mit dem Tod und damit wie die Welt ist und wie sie sein könnte. Diese Selbstreflexion strahlt dann wieder in den Alltag hinein und hilft uns die Entscheidungen zu treffen, die unsere Zukunft prägen. 

„Auch kleine Dinge können uns entzücken“, heißt es im ersten Lied des „Italienischen Liederbuchs“ von Hugo Wolf, und klein sind Lieder im Kosmos der Musik nun wirklich, wenn man sie der Symphonik oder gar der Oper gegenüberstellt. Aber was für eine Fülle an Gedanken, Bildern und Emotionen beinhalten die meisten Lieder in den wenigen Minuten ihrer Dauer! Dem Zuhörer, der sich voll und ganz auf sie einlässt, bietet ein Liederabend mit seinen rund zwei Dutzend Miniaturen oft ein ganzes Kaleidoskop von Eindrücken und Gefühlen. Genauso, wie die schnellen Wechsel von atmosphärischen Situationen den Sängern und Pianisten viel abverlangen, ist aber auch der Konsument gefordert, sich beim Zuhören zu konzentrieren. Für mich war es immer unvorstellbar, fünf Stunden lang einer großen Wagner – Oper wirklich aufmerksam vom ersten bis zum letzten Ton zuzuhören. Beim Lied aber rächt es sich sofort, wenn man die Konzentration auf Text und Musik auch nur für Augenblicke verliert; man hat dann bestenfalls ein hübsches Musikstück gehört, das Lied jedoch nicht wirklich erfasst und erlebt. Vielleicht finden deshalb manche Menschen einen Liederabend „schwierig“.

Aber wie wunderbar wird man durch waches Zuhören belohnt! Diese „Königsklasse des Singens“ (Jonas Kaufmann) lässt einen nicht mehr los, wenn man erst einmal seine intimen Schönheiten für sich entdeckt hat. Das weiß ich aus eigener Erfahrung nur zu gut.