Bild: Detroit-Berlin - One CircleBild: Detroit-Berlin - One Circle
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Information zur Veranstaltung

"Detroit-Berlin: One Circle" geht der intensiven Beziehung zweier immer wieder abgeschriebener und doch symbolisch überfrachteter Orte nach. Zentren, die mit den sofort assoziierten Bildern brach liegender Zivilisationsruinen einen fast mythologischen Austeritäts (Anti-) Glamour versprühen. Zwei Städte aber vor allem, die im popkulturellen Bewusstsein seit den 1980er Jahren untrennbar durch die rasante Entwicklung und Verbreitung von Techno miteinander verbunden sind. Das Festival beschränkt sich dabei jedoch nicht auf den reichen musikalischen Austausch, sondern bezieht darüber hinaus auch die ebenso produktiven Felder künstlerischer sowie städtepolitischer Debatten mit ein.

Die Rezeption und Distribution des in den 1980er Jahren in Detroit entstandenen Techno – einem Sound, der dem Niedergang der fordistischen Stadt nach dem Beginn der De-Industrialisierung utopische Bilder der Zukunft entgegensetzte –, führte bekanntlich dazu, dass Berlin sich zu einer Metropole für elektronische Musik entwickeln konnte. Diesem nicht nur historisch, sondern auch fortlaufend bedeutsamen Umstand trägt das HAU Hebbel am Ufer in Kooperation mit "The Potential – Subcultural Exchange For Urban Development" im Zuge einer Clubnacht im Tresor Berlin Rechnung. Zudem wird aber auch ein viel zu selten in diesem Kontext beachtetes Genre beleuchtet: Female HipHop mit Miz Korona & The Korona Effect, Chéz & Dj Stacyé J und AWA – African Women Arise. Neben einem Surprise Act aus Detroit wird Mike Huckaby die Sun Ra Reel-to-Reel Sessions mit Richard Zepezauer und Lakuti präsentieren.

In Gesprächen zwischen Detroiter und Berliner Kulturpro­du­zent­*innen und Städteforscher*innen soll der Frage nach den Möglichkeitsräumen für Kulturschaffende in der postindustriellen Stadt nachgegangen werden. Im direkten Städtevergleich wird zum einen durch eine Kritik an politischen und privatwirtschaftlichen Akteur*innen mit Ingrid LaFleur und Cornelius Harris Themen der Gentrifizierung, Vertreibung und Austerität nachgegangen, zum anderen werden aber auch die bekannten Folgen des "urban boosterism", der im Stadtleben in erster Linie eine ökonomische Ressource sieht, analysiert.

Wie der Diskurs über die "kreative Stadt" als Widerspruchsbeziehung artikuliert werden kann, steht im Zentrum der Performance der interdisziplinären Künstlerin Tiff Massey, die sie für das Festival neu entwickeln wird. Baly Nguyễn, die Gruppe SDW e.V. sowie der Kotti-Shop sind im Vorfeld des Festivals nach Detroit gereist. Sowohl im HAU3 als auch in einer Outdoor-Installation wird Material aus ihren Künstler*innen-Residenzen präsentiert.

(Quelle Text/Bild: www.hebbel-am-ufer.de)