Bild: Die Apologie des Sokrates von Platon
Die Apologie des Sokrates von Platon Tickets. Karten jetzt im Vorverkauf sichern. weitere Infos

Information zur Veranstaltung

Die Apologie des Sokrates von Platon


Im Alter von 70 Jahren steht der berühmt-berüchtigte "Straßen-Lehrer" Sokrates erstmals vor Gericht – als Angeklagter. Nach einhelliger Überlieferung lautete die Anklage:


[…] gegen Sokrates, den Sohn des Sophroniskos aus Alopeke: Sokrates handelt rechtswidrig, indem er die Götter, die der Staat anerkennt, nicht anerkennt und andere, neuartige dämonische [göttliche] Wesen einzuführen sucht; er handelt außerdem rechtswidrig, indem er die jungen Leute verdirbt. Strafantrag: der Tod."

Die Apologie des Sokrates ist Sokrates´ Verteidigungsrede, verfasst von seinem langjährigen Schüler und "Nachfolger" Platon, der diesem Prozess gewiss beigewohnt hat. Ebenso gewiss ist auch, dass Platon mit diesem Text kein rasch mitgeschriebenes Gerichtsprotokoll hinterlassen hat, sondern einen ausgefeilten Monolog, der seinen (lesekundigen) Zeitgenossen und der Nachwelt die Haltung und Lebensweise dieses exzentrischen Philosophen näherbringen sollte.

Wer – wie Sokrates seinen Anklägern zumindest unterstellt – eine wortgewaltige Flammenrede mit allen (schon damals üblichen) Finessen erwartet, wird enttäuscht. Der Greis verzichtet auf Worttrixerei ebenso wie auf jegliche Mitleidsmasche (wie z.B. den üblichen Verweis auf die weinenden Familienangehörigen). Ihm ist es wichtig, sich auch in dieser außerordentlich prekären Situation unverfälscht zu präsentieren – und geht damit bewusst das Risiko ein, auf das Gericht so überheblich, herausfordernd und besserwisserisch wie immer zu wirken.

Regie und Spiel: Brigitte Döring