Bild: Die Frau und die Stadt - Cargo Collective
Eine Nacht im Leben der Gertrud Kolmar: Sichern Sie hier Ihre Tickets für das Bewegtbildtheater Die Frau und die Stadt des Ensembles Cargo Collective. weitere Infos

Information zur Veranstaltung

An einem ihrer letzten Berliner Tage besteigt Gertrud Kolmar im Morgengrauen die Siegessäule, um zu springen, um Schluss zu machen, selbstbestimmt, wenn auch nicht aus freien Stücken. Sie will Schluss machen mit einer Welt und einer Stadt, von denen sie geglaubt hatte, sie seien ihr zugetan. Und sie sagt sich beinahe mehr von diesem Steinmeer los als von den Menschen, die es bevölkern. Schließlich steigt sie wieder herunter. Sie hat beschlossen, durchzuhalten.

Was ist eigentlich „bewegtbildtheater“ ? Seit mehr als 10 Jahren arbeiten Martina Roth und Johannes Conen an dieser besonderen Darstellungsform, das mit außergewöhnlicher Konsequenz Schauspiel und Projektionstechnik originell miteinander verbindet. Die echte Darstellerin auf der Bühne verschmilzt hierbei mit Personen, die als Film auf einer Leinwand zu sehen sind, und beide agieren miteinander. Ein technisch und schauspielerisch hochdiffiziler Akt. Der Film ist wesentlicher Bestandteil des Bühnenstücks. Eine Spielart, die Extremleistungen von einer Schauspielerin abverlangt, gilt es doch, fast eineinhalb Stunden synchron mit den von ihr selbst im Film dargestellten Figuren zu bleiben. So ungewöhnlich diese Spielform sein mag, umso geeigneter scheint sie für das von Gerlind Reinshagen verfasste Bühnenstück, die in diesem fiktiven Monolog die innere Zerrissenheit der jüdischen Lyrikerin Gertrud Kolmar in jener Nacht beschreibt, in der diese die Stufen der Siegessäule emporsteigt, um sich umzubringen.