Die Jugend Abrahams, Saul in Ein Dor - Hebräische Kammeropern
Die Jugend Abrahams & Saul in Ein Dor Tickets für Hebräische Kammeropern im Theater Philharmonie Thüringen. Karten jetzt im Vorverkauf sichern. weitere Infos

Information zur Veranstaltung

Die Jugend Abrahams
Kammeroper in drei Szenen nach den Legenden aus der Aggada
Musik von Michail Gnesin
Orchestriert von Boris Filanovsky

„Sehen die Götter in der Dunkelheit nicht?“
Abraham

Nachdem König Nimrod von Astrologen prophezeit worden ist, ein neugeborener Knabe werde eines Tages seine Herrschaft in Frage stellen, verfügt er die Ermordung aller männlichen Nachkommen in seinem Land. Terach jedoch entschließt sich, seinen Sohn Abraham in einer Höhle zu verstecken. Dort wächst Abraham allein in beinahe völliger Abgeschiedenheit auf. Nur Terach stellt einen Kontakt zur Außenwelt dar und versorgt ihn mit Nahrung. Doch eines Tages tritt Abraham aus der Höhle. Er erblickt zum ersten Mal die gerade untergehende Sonne. Abermals fühlt er sich allein gelassen. Doch bald erfreut er sich des Anblicks des Mondes und der Sterne und schläft ein. Als er wieder erwacht, macht sich Abraham Gedanken über Anfang und Ende der Welt, über Gut und Böse und über den Sinn des Lebens. Da erscheint zu seiner großen Überraschung die Morgenröte. Die symbolisch aufgeladene Geschichte über die Jugend des Stammvaters Israels und dessen Streben nach Welterkenntnis diente dem Komponisten, Musikwissenschaftler und Pädagogen Michail Gnesin (1883-1957) als Inspirationsquelle dieser Kammeroper. 1922 komponierte er den größten Teil des Werks in Palästina und beendete den Klavierauszug der Oper Anfang Januar 1923 in Moskau. Jascha Nemtsov hat das Manuskript dieser ersten explizit jüdischen Oper in hebräischer Sprache in einem Moskauer Archiv wiederentdeckt. Nemtsov: „Gnesins Grundgedanke zum Wesen der Musik besteht darin, dass die musikalische Sprache einerseits geeignet ist, außermusikalische Bilder plastisch vorstellbar zu gestalten, und dass sie andererseits einen stark ausgeprägten philosophischen Aspekt beinhaltet.“

Saul in Ein Dor
Opera Concertante
Text: Samuel I. 28:3-25
Musik von Josef Tal

„Doch der Herr antwortete nicht.“
Sprecher

Saul, der erste König Israels, führt in aussichtsloser Lage Krieg gegen die Philister. Da der Herr ihm auf seine Fragen keine Antworten gibt, wendet er sich an seine Getreuen und fordert sie auf, nach jemandem Ausschau zu halten, der die Zukunft voraussagen kann. Die Diener verweisen Saul auf die Wahrsagerin von Ein Dor. Saul kleidet sich in ein ärmliches Gewand und begibt sich bei Nacht zu der Frau. Zunächst erinnert die Frau den unerkannten Fremden daran, dass König Saul die Wahrsagerei verboten habe. Er versichert ihr aber an Eides statt, sie nicht zu verraten. Dann beschwört sie auf seinen Wunsch den einige Zeit zuvor verstorbenen Propheten Samuel herauf. Dieser weissagt Saul, dass er sein Königreich an David und Israel die Schlacht gegen die Philister verlieren werde. Saul selbst prophezeit er den baldigen Tod … Josef Tal (1910-2008), an der Berliner Musikhochschule Kompositionsstudent von Paul Hindemith, musste 1934 vor dem Nazi-Terror nach Palästina fliehen und avancierte dort nach dem II. Weltkrieg zu einem Mitbegründer der israelischen klassischen Musik. Saul in Ein Dor, eine Auftragskomposition für das Kammerorchester von Ramat Gan, wurde 1955 uraufgeführt. „Die Bibel als Opernlibretto zu verwerten, war riskant. Judaisten sahen die Gefahr weltlicher Profanierung. Das Gegenteil stellte sich heraus: Zu hören war jüdische Musik ohne jedes Melodiezitat aus traditioneller Liturgie, israelische Musik ohne nationale Symbole und obendrein in modernistischer Atonalität“, berichtet Tal in seiner Autobiografie.