Die Jungfrau von Orléans Tickets - Weinheim, Stadthalle

Event-Datum
Donnerstag, den 05. Oktober 2017
Beginn: 20:00 Uhr
Event-Ort
Birkenauer Talstraße 1,
69469 Weinheim
Sonstige Ticket-Info
Veranstalter: Kulturgemeinde Weinheim e.V. (Kontakt)

Ermäßigungen werden Schwerbehinderten ab 80% MdE gewährt.
Schülerpreise werden Schüler/Studenten bis zum vollendeten 26. Lebensjahr, Bundesfreiwilligendienstleistenden und Auszubildenden gewährt.

Der Nachweis ist jeweils an der Kasse vorzulegen.
Ticketpreise
von 21,00 EUR bis 27,00 EUR und Ermäßigungen
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Die Jungfrau von Orléans

Bild: Die Jungfrau von Orléans
Schauspiel von Friedrich Schiller
DIE JUNGFRAU VON ORLÉANS
Mit dem Schauspiel „Die Jungfrau von Orléans“ blieb Schiller seiner Vorliebe für historische Stoffe treu. Die Handlung spielt etwa 1430 im Hundertjährigen Krieg (1339-1453). Titelfigur ist Jeanne d´Arc, die auch als Jungfrau von Orléans bekannt ist. Im Krieg führt Johanna die Franzosen zum Sieg über die Engländer und Burgunder und verhilft König Karl VII. zur Krönung in Reims. Eine göttliche Eingebung hatte sie hierzu beseelt und ermächtigt. Durch Verrat gerät sie in die Gefangenschaft der Burgunder und wird auf dem Marktplatz von Rouen auf dem Scheiterhaufen verbrannt. 1456 wurde das Urteil aufgehoben und Jeanne d´Arc zur Märtyrerin erklärt, 1920 wurde sie von der Kirche heilig gesprochen. Im Gegensatz zum historischen Kontext weist Schillers Drama jedoch einige Abweichungen auf. So endet Johanna beispielsweise nicht auf dem Scheiterhaufen, sondern wird nach schwerer Verwundung unter französischer Flagge begraben. Man wird dieser neuerdings oftmals missdeuteten und geringer geschätzten Dichtung Schillers am ehesten gerecht, wenn man sie als das nimmt, als was der Dichter sie im Untertitel ausdrücklich bezeichnet hat, nämlich als eine „romantische Tragödie“. Im Falle des Bauernmädchens Jeanne sind es fundamental–religiös belegte Motive, wodurch das Stück eine – bei Schiller - ungewohnt idyllische, mystische Note bekommt, was aus heutiger Sicht sehr zur Diskussion anregt. Schiller hat mit der „Jungfrau“ eine seiner widersprüchlichsten Bühnenfiguren geschaffen. Ist sie bloß eine naives Mädchen, das einem frommen Wahn erliegt, eine konsequente Märtyrerin oder eine Kämpferin in nur scheinbar heiligem Auftrag? In Zeiten von neuen Glaubenskriegen und religiösem Fanatismus wird die Titelfigur zur Zeitgenossin. Die besondere Tragik bezieht das Werk aus dem persönlichen Konflikt der Titelfigur, die sich zwischen ihrem Vaterland und der Liebe zum Feind (Lionel) gefangen sieht. Die Bühnenbearbeitung von Rolf Heiermann, die in einer Inszenierung der Landesbühne Rheinland-Pfalz zu sehen sein wird, setzt ein, als Jeanne d´Arc nach ihrer Gefangennahme vor Gericht steht und dem kirchlichen Verfahren ausgeliefert ist. Retrospektiv werden als Spiel im Spiel die wichtigsten Stationen ihres Lebens nachgestellt.


Foto: Landesbühne Rheinland-Pfalz

Stadthalle, Weinheim