Die Vorteile des Lasters Tickets - Ulm, Stadthaus

Event-Datum
Sonntag, den 24. März 2019
Beginn: 20:00 Uhr
Event-Ort
Münsterplatz 50,
89073 Ulm
Sonstige Ticket-Info
Veranstalter: NPG-Event (Kontakt)

Rollstuhlfahrerplätze und Eintrittskarten für Menschen mit 100% Behinderung sowie der gleichzeitigen Notwendigkeit einer Begleitperson gibt es ausschließlich über die Neue Pressegesellschaft unter Tel. Nr.: 0731-156 423.

Unsere Kunden mit abomax-Karte können, sofern diese Ermäßigung online verfügbar ist, Ihre Kartennummer im Feld "abomax-Nummer" hinterlegen um die Ermäßigung freizuschalten. Sollten Sie Ihre Karte/Kundennummer nicht vorliegen haben, wenden Sie sich bitte an unser KundenServiceCenter unter 0731/156-276.
Ticketpreise
ab 24,90 EUR
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Die Vorteile des Lasters

Bild: Die Vorteile des Lasters
Es war nicht alles schlecht unter Gott. Gut war zum Beispiel, dass alles schlecht war. Denn alles, was man tat, war Sünde. Wir waren alle gute Christen und hatten einen Heidenspaß. Die Hölle zählte Leistungsgruppen, Ablässe waren das perfekte Last-Minute Geschenk und lasterhaft zu sein noch Kunst. Doch dann starb Gott ganz unerwartet an chronischer Langeweile. Und bei der Testamentsverlesung hieß es, wir wären alle von der Ursünde enterbt. Fortan war kein Mensch mehr schlecht, jedes Laster nunmehr straffrei und die Hölle wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. So fand der Spaß ein jähes Ende.
Heute ziehen Eisfirmen, Elektronikgeschäfte und jedes zweite Schlagerlied die sieben Sünden in den Dreck, indem man sie zur heiligen Tugend erklärt. Gott befahl uns zu entsagen, Coca Cola zu genießen. Man hat uns alles erlaubt und somit alles genommen. Polyamorie versaute die Unzucht. All-You-Can-Eat Buffets vergällten die Völlerei. Facebook beschämte die Eitelkeit. Ego-Shooter liquidierten den Jähzorn. Wellnesshotels verweichlichten die Trägheit. Sie alle haben´s schlecht gemeint. Doch schlecht gemeint ist bekanntlich das Gegenteil von schlecht. Und kein Zweck heiligt das Mittelmaß.
Darum gilt es, die Sünden neu zu erfinden. Wie widersetzt man sich der Spaßgesellschaft ohne den eigenen Spaß einzubüßen? Wie empört man seine Umwelt ohne als Künstler verleumdet zu werden? Wie verweigert man sich dem Konsumerismus ohne auf irgendetwas zu verzichten? Wie verachtet man die Unterhaltungsindustrie ohne Adorno schmeichelnd ans Gemächt zu fassen? Wie wird man zum Ketzer einer säkularisierten Welt?
Seien Sie neidisch auf andere, doch anstatt ihnen nachzueifern, ziehen Sie sie auf Ihr Niveau. Seien Sie träge und zeigen Sie Ihrem Partner, wer in der Beziehung die Windeln anhat. Seien Sie jähzornig und beschimpfen Sie Werner Herzog. Seien Sie wollüstig und beschränken Sie sich nicht auf die zwei, drei Abgründe Ihres Körpers. Seien Sie eitel und entreißen Sie Ihre Schönheit dem trüben Auge des Betrachters. Seien Sie geizig und teilen Sie nicht länger brüderlich wie Kain den Schädel seines Bruders. Seien Sie maßlos in allem, nur niemals der Mittelmäßigkeit.

www.lisaeckhart.com

Pressestimmen:
- Maliziöses Lächeln, böse Reime und geschliffener Vortrag sind Markenzeichen von Lisa Eckhart(Süddeutsche Zeitung)
- Ihre Reime und die Inszenierung sind so, wie man es von großen Schauspielhäusern gewohnt ist. Das Publikum ist schwer beeindruckt von diesem hohen Niveau. (Wiener Zeitung)

Preise und Auszeichnungen:

- Deutscher Kleinkunstpreis 2018 - Förderpreis
- Deutscher Kabarett-Preis 2017 - Förderpreis
- Hessischer Kabarettpreis 2018 - Förderpreis
- Prix Pantheon 2017 - Jurypreis „Frühreif & Verdorben“
- Österreichische Kabarettpreis 2016 – Förderpreis
- Klagenfurter Kleinkunstpreis Herkules 2016 - Publikumspreis
- Österreichische PoetrySlam Meisterin 2015/16
Bild: Stadthaus Ulm

Informationen über das Stadthaus in Ulm:
 
Mit dem Abriss eines sanierungsbedürftigen, ehemaligen Klostergebäudes aus dem 13. Jahrhundert war 1874 auch der Wunsch nach einer Aufwertung des Ulmer Münsters verbunden. Die Kathedrale sollte den Platz alleine beherrschen. 1890 schließlich war die Aufstockung des Turmes zum höchsten Kirchturm der Christenheit vollendet. Die nächsten hundert Jahre aber stritt die Bürgerschaft, stritten Kommunalpolitiker, Architekten und Stadtgestalter über den richtigen Rahmen und Bauwerke, die in Dialog treten können mit dem nunmehr wie verloren auf dem sehr weitflächigen Platz stehenden Ulmer Münster. Nach vielen gescheiterten Versuchen lobte Ulm 1986 noch einmal einen Wettbewerb aus. Es sollte endlich der letzte werden, der die Lösung bringt. Am 15. November 1986 entschied sich das Preisgericht für den Entwurf des New Yorkers Richard Meier. Ein Sturm der Entrüstung brach los. Jahrelang debattierte die Bürgerschaft mit demokratischer Leidenschaft über Architekur. Unterstützt wurde der "Richard-Meier-Bau" von der großen Mehrheit des Gemeinderats, vom Kirchengemeinderat, vom Münsterbaumeister, vom Präsidenten des Landesdenkmalamtes, von hochrenommierten Architekturkritikern und vielen mehr. Ein Bürgerentscheid - es gab rund 3000 mehr Neinstimmen als Befürworter - scheiterte 1987, weil das Quorum nicht erreicht wurde. Heute ist das Stadthaus aus der Mitte Ulms nicht mehr wegzudenken
 
(Text und Foto: stadthaus.ulm.de)
 

Stadthaus, Ulm