Bild: Die schönen Dinge - Hans Otto Theater
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Information zur Veranstaltung

Pauline und Claudine sind Zwillingsschwestern, könnten aber unterschiedlicher nicht sein: Pauline hält in der Provinz an den Idealen wahrer Liebe fest und blickt auf die Weiblichkeitsstrategien ihrer Geschlechtsgenossinnen herab, während Claudine sich in Paris atemberaubend stylt und im Interesse ihrer künftigen Popkarriere für jedes männliche Begehren offen ist. Dabei stört es sie auch nicht, dass sie eigentlich gar nicht singen kann; als es zur Prüfung kommt, holt sie kurzerhand ihre talentiertere Zwillingschwester nach Paris, die sie vertreten soll. Doch das Blatt wendet sich abrupt: Ohne Vorwarnung stürzt Claudine sich aus dem Fenster. Pauline zögert keine Sekunde; sie nimmt die Identität ihrer Schwester an. Nun beginnt für sie ein Trip zwischen Sex und Drogen, der sie zum Star in der Pariser Clubszene aufsteigen lässt. Als jedoch ihr Geliebter Sébastien aus dem Knast nicht zu ihr, sondern zur vermeintlichen Claudine zurückkehrt, stellt dies ihr neues Leben auf eine harte Probe …
Virginie Despentes war Plattenverkäuferin und Rap-Sängerin, bevor sie mit ihren radikalen Romanen zu einer der meistdiskutierten französischen Gegenwartsautorinnen avancierte. In ihrem grell ausgeleuchteten Popmärchen seziert sie die Macht- und Gewaltstrukturen einer patriarchalen und marktfundamentalistischen Gesellschaft und gibt in Gestalt der zwei ungleichen Schwestern der Wut und dem Widerstand eine Stimme. »Die schönen Dinge«, in Deutschland unter dem Titel »Pauline und Claudine« erschienen, ist eine provokante Gratwanderung zwischen Krimi, Pop und Gesellschaftskritik und wurde in Frankreich mit dem Prix de Flore und dem Prix Saint-Valentin ausgezeichnet.
von Virginie Despentes

Regie: Wojtek Klemm
(Text: hansottotheater.de)