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Bild: Dirk Kurbjuweit
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Information zur Veranstaltung

Der gut situierte Architekt Randolph Tiefenthaler zieht mit Frau und Kindern in eine wunderschöne Berliner Eigentumswohnung; und obwohl es an manchen Ecken der Ehe mehr kriselt, als man sich eingestehen möchte, genießt das Paar das neue Zuhause. Bis der Nachbar aus dem Souterrain beginnt, Tiefenthalers Frau Geschenke und Briefe vor die Tür zu legen. Diese Nachrichten werden mit der Zeit obszön und gipfeln in unerhörten Anschuldigungen und einer Anzeige. Gegen das Gefühl der ständigen Bedrohung hilft zunächst noch das Vertrauen in den ,Rechtsstaat’, das sich jedoch bald als haltlos herausstellt. Ein stiller Terror beginnt, der den Alltag des Paares beherrscht und jeden Gedanken mit Zweifeln und Vorwürfen durchsetzt: „Was wäre aus mir geworden, hätte ich in dieser oder jener Situation eine andere Abzweigung genommen?”

Die Hilflosigkeit im eigenen Haus versetzt Tiefenthaler zurück in die Angstzustände seiner Kindheit, in der ihn sein Vater, ein Waffennarr, zu Schießübungen nötigte. Unvermittelt konnte dieser in Wutausbrüche verfallen: „Ich habe meinem Vater immer ein Massaker zugetraut.” „Angst” (Rowohlt) ist die Rekonstruktion eines Verbrechens und ein intensives Familienportrait zugleich, in deren Mittelpunkt immer mehr Vater und Sohn rücken. Mit der Last einer problematischen Kindheit auf den Schultern und nach jahrelangem Schweigen, finden sie auch in der Gegenwart keine Worte füreinander. Genauso wortlos geschieht eine folgenreiche Abmachung, die der Qual der Familie ein Ende bereiten soll. (Foto: Sabine Sauer)