Bild: Errettet...? - Ein performatives (Advents-)Konzert
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Information zur Veranstaltung

Mit dem Hajusom-Nachwuchsensemble „Real Explosion", dem Ensemble Schirokko und der Rheinischen Kantorei
Kompositionen des Psalm 116 "Dank und Gelübde eines Erretteten“ aus dem Jahr 1616 von Schütz, Franck, Schein, Groh und Praetorius
konfrontiert mit Texten junger Performer*innen mit und ohne Fluchterfahrung zwischen 15 und 20 Jahren
Musikalische Ltg: Edzard Burchards, Szenische Einrichtung: Lea Connert, Farzad Fadai, Ensemble-Leitung: Rachel Harris, Konzept&Dramaturgie: Dieter Ripberger, Projektleitung: Ilja Dobruschkin,
in Kooperation mit der St. Pauli Kirche, gefördert durch den Musikstadtfonds der Kulturbehörde Hamburg
1./2.12.´16 20h, St. Pauli Kirche, Dauer: ca. 75 Minuten, Karten zu 18 Euro (8 Euro ermäßigt) bei allen bekannten reservix-Vorverkaufsstellen.

Hospitalität ist humanistische Pflicht! Die St. Pauli Kirche ist seit der Entscheidung 2013, humanitäre Nothilfe für 80 "Lampedusa-Flüchtlinge“ zu leisten, der emblematische Ort für einen moralischen Umgang mit geflüchteten Menschen. Vokalsolist*innen der Rheinischen Kantorei -seit über 30 Jahren eine Institution auf dem Gebiet der historischen Aufführungspraxis- musizieren gemeinsam mit dem renommierten Hamburger Ensemble Schirokko, Musiker*innen mit historischen Instrumenten, Kompositionen aus dem Jahr 1616. Es sind Vertonungen des Psalm 116 „Dank und Gelübde eines Erretteten“, die ein Jenaer Kaufmann 1616 nach einer wundersamen Errettung bei 16 Komponisten in Auftrag gibt. Im Lichte von Flucht und Migration eröffnet diese Musik heute Assoziationsräume, die an die Menschlichkeit appellieren.

Und sie wirft Fragen auf: Wer muss wem wofür dankbar sein? Wo ist Gott angesichts zehntausender ertrinkender Menschen direkt vor unserer Haustür? Wer ist errettet? Zehn junge Performer*innen zwischen 15 und 20 Jahren mit und ohne Fluchterfahrung positionieren sich durch eigene Texte und Choreografien zur Frage der "Dankbarkeit". Das performative Konzert will zum Adventsbeginn dazu anregen, über den eigenen Standpunkt angesichts eines gesellschaftlich rauer werdenden Klimas nachzudenken. Die kontemplative Musik wird konfrontiert mit szenischen Interventionen der Performer*innen und der zeitgeschichtlichen Aura der St. Pauli Kirche.