FABER - sei ein Faber im Wind - Tickets - Göttingen, musa-Saal

Event-Datum
Donnerstag, den 02. November 2017
Beginn: 20:00 Uhr
Event-Ort
Hagenweg 2a,
37081 Göttingen
Sonstige Ticket-Info
Veranstalter: musa e.V. (Kontakt)

Das KULTURTICKET gilt grundsätzlich nur in Verbindung mit einem gültigen Studentenausweis der Uni Göttingen oder der PFH Göttingen mit der Aufschrift: ´Semesterticket´
Generell sind die Ermäßigungsansprüche durch einen gültigen Ausweis an der Abendkasse nachzuweisen!
Die HAWK ist von der Vergünstigung ausgeschlossen!

Das AZUBITICKET gilt nur in Verbindung mit der beim Landschaftsverband Südniedersachsen erworbenen Ausweises und ist KEINE GRUNDSÄTZLICHE VERGÜNSTIGUNG für Auszubildende!!!

Das PRINT@HOME-Ticket bitte in Originalgröße (bedruckte Fläche in A5-Format) ausdrucken!(Mehr Info)
Ticketpreise
ab 23,10 EUR und Ermäßigungen
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Bild: Faber
Die Musik eines guten Singer/Songwriters besitzt immer auch etwas Heimeliges: Songs wie eine warme Jacke, eine Stimme wie das Nach-Hause-Kommen nach einer langen Reise. Lauter Attribute, die auch auf den Anfang-Zwanzigjährigen Faber aus Zürich zutreffen – und dennoch, etwas Entscheidendes ist anders hier...

Die von Akkorden begleitete Gefälligkeit des Genres stellt etwas dar, was der Typ mit dem verschmitzten Blick so gar nicht mit seinen Kollegen teilen will. So ist es gerade der bewusste Verzicht darauf, der ihn zu einem der interessantesten, ja, aufwühlendsten Talente der Schweizer Musikszene werden lässt. Denn Musik und Texte des Zürichers, der eigentlich Julian Pollina heißt, besitzen Widerhaken, es geht an keiner Stelle darum, sattsam bekannte Befindlichkeiten zu paraphrasieren. Kein egaler „Glaub an Dich“-Scheiß, ein Stück wie „Wer nicht schwimmen kann, der taucht“ begegnet dem verstörenden Flüchtlingsdrama am Mittelmeer eben auch mit
verstörenden Mitteln - überhaupt glänzt Fabers Lyrik gern mit Brecht‘schem V-Effekt. Hier werden Gewissheiten in Frage gestellt, es wird sich selbst aufs Glatteis gelockt. Denn mal ehrlich... nur relaxed mit Klampfe und C-Dur am Kaminfeuer sitzen, das wäre doch einfach zu langweilig.

So erfüllt sich dann auch gerade live Fabers Punkbackground.
Neben ruhigen und ergreifenden Momenten nimmt sein Folk immer wieder rasante Fahrt auf, wobei das Setting mit Bassist und einem Drummer, der gleichzeitig (!) Posaune spielt, zusätzlich zu Fabers Gesang und Gitarre stets etwas von einem durchgeknallten Straßenmusik-Happening besitzt. Als „Akustik-Punk für Mädchen“, würden manche daher ihren Sound betiteln, erzählt Faber und grinst.

Diese Kenntlichkeit und der damit einhergehende Wiedererkennungswert waren sicher eine große Hilfe als Faber 2015 eine Crowdfunding-Kampagne startete, um das Geld für seine allererste EP einzubringen. Es klappte, „Alles Gute“ konnte gepresst werden und erzeugte bei Publikum und Medien derartig viel positive Resonanz, dass die nun 2016 folgende EP es nicht mehr nötig hat, ihr Publikum um einen Vorschuss zu anzuhauen – und sich dennoch für eine hochprofessionelle (lies: fette) Produktion im Berliner Studio von Tim Tautorat einschließen konnte, der sonst unter anderem schon mit den Eagles Of Death Metal und den Manic Street Preachers arbeitete. „Abstinenz“ lautet der Titel der EP und ihr Eröffnungsstück erzählt davon, wie es ist, zu Boden zu gehen. Kein Appell ans Aufstehen, eher eine berührende Hymne ans Unten-Sein. „Mir macht es Spaß, Sachen anders rum zu drehen“, so Faber selbst, „klar, ist es schön zu sagen, ‚wenn Du gefallen bist, helfe ich dir auf die Beine‘ – aber meistens ist es doch so, wenn jemand am Boden ist, dann bleibt er erstmal am Boden. Und weil das so ist, muss man es eben aushalten, dass genau das auch gesagt wird“.

Doch auch wenn Faber stets sehr pointiert von Vereinzelung singen mag, bleibt ihm selbst dieses Schicksal in Zürich erspart. Zusammen mit der Clique rund um das Labelkollektiv „Lauter Musik“ nutzt er die Möglichkeit, gegen all die strukturelle Langeweile immer wieder anzuspielen, dagegen anzufeiern. Dabei unterhält Faber zudem noch die Band Max & The MC Forelles, die einfach Surfmusik zu imaginären Tarantino-Filmen aufstellt. Erlaubt ist, was kickt.

So wundert es auch nicht, dass seine Songs und seine Story schon längst über Zürich und über die Schweiz hinausgeschwappt sind. Auf der jüngsten Tour von Sophie Hunger eröffnete Faber die Abende unter begeistertem Zuspruch. Genauso wurde die deutsche Agentur auf ihn aufmerksam, die sonst die Booking- Geschicke von Acts wie Kraftklub, Casper, K.I.Z. oder AnnenMayKantereit lenkt. Dort nahm man mit Faber den ersten Schweizer überhaupt unter Vertrag.
Jetzt kann es richtig losgehen, jetzt geht es richtig los.
Bild: Musa

Die Musa ist mit 3500 m² eines der größten Soziokulturellen Zentren in Niedersachsen. Das Team besteht aus acht Festangestellten, einem Azubi und 14 Mitarbeiter/innen im Bereich Service und Reinigung. In der Musa werden Kurse und Workshops angeboten, man kann dort bei Partys und Konzerten abfeiern, Räume mieten und selber ein Star auf der Bühne werden. Die musa hat auch eigene Übungsräume für ungefähr 60 Rockbands, ein Tonstudio,den Theaterverein Domino e.V., das Rockbüro Out-O-Space und den Verband Deutscher Puppentheater e.V. Mit jährlich über 250 Veranstaltungen und vielen Kurs- und Workshopangeboten in den Bereichen Theater, Musik, Tanz und Fortbildung werden die Zuschauer quer durch alle gesellschaftlichen Gruppierungen beeindruckt.

Mit den jährlichen Projekten wird zur Integration von Migranten, Migrantinnen und auffälligen Jugendlichen beigetragen. Hier wird ihr „Anderssein“ respektiert und hier können sie neue Fähigkeiten entwickeln und entdecken.

musa-Saal, Göttingen