Bild: Faust spielen - Theater LindenhofBild: Faust spielen - Theater Lindenhof
Jetzt Tickets sichern und das Stück Faust spielen gespielt von dem Ensemble Theater Lindenhof 2019/20 live erleben. weitere Infos

Information zur Veranstaltung

Der Faust: Es gibt wohl kaum ein Theaterstück, das so tiefe Spuren in den vergangenen zweihundert Jahren hinterlassen hat. Die Figur galt uns als Vorbild, bedient sich Faust doch seines eigenen Verstandes - ganz im Sinne der Aufklärung. Was aber, wenn er mit seinem Verstand Grenzen überschreitet? Was aber, wenn er den Pakt mit dem Teufel eingeht? „Drum hab ich mich der Magie ergeben / ob mir durch Geistes Kraft und Mund / Nicht manch Geheimnis würde kund." Was kommt, wenn man die Vernunft aufgibt? Diese Frage hat Goethe umgetrieben und auch wir stehen heute an einer solchen Wegegabelung.

Was geschieht denn, wenn uns die Suche nach diesen Geheimnissen nur immer näher an die Katastrophe führt, wenn „Vernunftbegabung“ Grenzen der Justiz, der Moral, der Religion missachtet? Ist „Fortschritt“ ein sich selbst genügender Wert? Die Aufklärung hatte zum Ziel, den Menschen anzuregen, sich „aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit“ zu befreien, doch sind wir vielleicht wieder freiwillig auf dem Weg in die Unmündigkeit? Was bedeutet uns „Vernunft“? Ist das Faustische Streben Vorbild oder Fluch? Was hält die Welt im Innersten denn zusammen?

Goethes Faust provoziert eine Flut an Regie-Ideen. Schon aus dem Rollenverzeichnis ist erkennbar, dass Goethe sich nicht um die Frage der Aufführbarkeit kümmerte. Er überlässt es der Nachwelt, diese Geschichte zu entschlüsseln. Die Nachwelt, das sind wir und wir erzählen die Geschichte neu. FAUST SPIELEN versucht genau das. Denken, reden, spielen. Und so wird der „Faust“ in dieser Inszenierung nicht nur erzählt und gespielt, sondern auch überdacht und befragt, bezweifelt und kritisiert.

Regie: Christoph Biermeier
Dramaturgie: Georg Kistner
Musikalische Leitung: Thomas Unruh
Bühne & Kostüme: Claudia Rüll Calamet-Rosset
Es spielen: Stefan Hallmayer, Gerd Plankenhorn, Linda Schlepps