Bild: Florian Weber
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Information zur Veranstaltung

Jede Grenze ist eine Herausforderung. Ganz besonders für Jazzmusiker, die im Laufe des vergangenen Jahrhunderts die Entwicklungen der Musikgeschichte quasi auf der Überholspur nachvollzogen haben. Alles, was ging, wurde stilistisch und gestalterisch in Frage gestellt, allem voran Melodik, Harmonik und Struktur. Nur Rhythmus ist bislang eine vergleichsweise feste Größe, auch wenn die Free-Ära ihn vom linearen Denken eher in Richtung des Pulses gelenkt hat.
 
Florian Weber machte sich noch während seines Studiums einen Namen an der Seite u.a. von Albert Mangelsdorff und Lee Konitz und war trotz seines jugendlichen Alters bald selbst schon eine Autorität der Szene.
 
Heute lebt Florian Weber einen Teil des Jahres in New York, gehört zur immens lebendigen Szene dieser Stadt und kann auf deren Möglichkeiten zurückgreifen, die sich wiederum mit seinen eigenen Vorstellungen überschneiden. Partner zum Experimentieren hat Florian Weber in seinem Umfeld gefunden. Der afrikanische Gitarrist Lionel Loueke beispielsweise hat sich bereits an der Seite von Koryphäen wie Herbie Hancock bewährt, kann auf musikalische Erfahrungen seiner Kindheit in Benin zurückgreifen und ist ein früherer Studienkollege aus Berklee. Der Bassist Thomas Morgan ist unter den neuen Gesichtern der derzeit versierteste Alleskönner seines Instruments und Schlagzeuger Dan Weiss ist der meist gesuchte Schlagzeuger in NY wenn es um komplizierte Rhythmik geht. Er ist einer der ganz wenigen Perkussionisten der über eine perfekte Tabla-Technik verfügt und sie auch auf der CD einmal einsetzt.
 
Mit diesem Team also machte er sich ans Werk. So entwickelte sich „Biosphere“ zu einem der spannendsten, weil beiläufig vielschichtigen Alben in jüngerer Zeit. Vor allem aber gelingt es dieser erstaunlichen Band, auch die vertracktesten Vorlagen leicht, und stellenweise sogar funky klingen zu lassen. Es ist die Verbindung von Kopf und Bauch, Intellekt und Erfahrung, die „Biosphere“ den Weg über die Grenzen des Gewohnten hinweg weist. Florian Weber und seinen New Yorker Musikern ist hier ein verblüffendes, wenn nicht sogar grundlegendes Album gelungen das die Tür in neue Klangerfahrungen aufstösst.
 
(Text: Ralf Dombrowski)