Oratorium zur Passion Christi
Ein besonderes Projekt mit großer Strahlkraft haben die beiden künstlerischen Leiter des Freiburger Kammerchores und der Heinrich-Schütz-Kantorei Freiburg für die Passionszeit 2020 ausgewählt: Lukas Grimm und Cornelius Leenen werden am 27.und 28. März in der Herz-Jesu-Kirche in Freiburg gemeinsam mit ihren Ensembles Frank Martins großes Oratorium Golgotha für Chor, Orchester und fünf Solisten zur Aufführung bringen.
Enden die meisten Passionsberichte mit der Grablegung Christi, so ist für Martin der Moment des Todes ein lichter Ausgangspunkt: Der Sieg über den Tod, die Botschaft der Osternacht, beendet das Oratorium. Bachs Matthäuspassion als größtes Werk der Gattung anerkennend, wollte Martin die Geschichte vom Leiden und Sterben Jesu eigentlich nicht vertonen. Das Betrachten der Rembrandt‘schen Radierung „Die drei Kreuze“ im Zuge einer Ausstellung inspirierte ihn jedoch so nachhaltig, dass er sich umgehend an die Arbeit machte. Martin stellt die Person Christus in den Mittelpunkt, es werden nur die Teile der Passion erzählt, an denen er einen direkten Anteil hatte, seine menschliche Entwicklung wird nachgezeichnet. Meditationen u.a. des Kirchenvaters Augustinus ergänzen den Bericht durch verinnerlichte Ausdeutung, wobei das siegreiche Motto „O Tod, wo ist dein Stachel?“ das Oratorium als Leitmotiv durchwebt.
Die vereinten Kräfte des Kammerchores und der Heinrich-Schütz-Kantorei sind nötig, um Golgotha, das in Freiburg in seiner französischen Originalgestalt in diesem Jahrtausend noch nicht aufgeführte Meisterwerk des Schweizers Martin, erklingen zu lassen.
Die 90 Sängerinnen und Sänger werden begleitet vom Freiburger Kammerorchester (Konzertmeister: Johannes Blumenröther).
Die Solisten sind Julia Kirchner (Sopran), Hanna Roos (Alt), Ronan Caillet (Tenor), Johannes Held (Bariton/Jesus) und Florian Kontschak (Bass).
Die Leitung haben Lukas Grimm (27.03., 20Uhr) und Cornelius Leenen (28.03., 19Uhr)