Bild: Freakwater
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Information zur Veranstaltung

Welcome back, Freakwater! Eine der faszinierendsten Bands im Genre „Americana“, wie man heutzutage so sagt, also zwischen Folk, Songwriting und Roots, nach über zehn Jahren endlich wieder auf Europatournee!

„Sie waren schon Alternative Country, als Jeff Tweedy noch als Bassist im Frauenkleid in Belleville mit den Primitives ‚Gloria’ raushaute“, berichtet Jörg Feyer im „Rolling Stone“ und verweist auf die dreißigjährige Geschichte dieser Band von Janet Bean und Catherine Irwin, um festzustellen: „Doch immer noch stehen sie einzigartig da, unverkennbar gerade nach einer längeren Pause.“ Und als einzigartig galten Freakwater spätestens seit ihrem unvergessenen Album „Feels Like The Third Time“ (mit „My Old Drunk Friend“) von 1993. Es spricht für ihren künstlerischen Anspruch, wenn Musiker*innen sich Verwertungszyklen verweigern, das ewige „Album-Tournee zum Album-neues Album-neue Tournee zum neuen Album“-Spiel der Kulturindustrie nicht mitmachen und genau dann neue Musik einspielen und auf Tour gehen, wenn diese Musik fertig ist, sozusagen gereift. Das kann dann schon mal sieben Jahre dauern wie im Falle von Tortoise, und das mag auch mal zehn Jahre dauern wie bei Freakwater, deren Protagonistinnen eben auch noch etwas anderes zu tun haben, vor allem: auch noch leben müssen und wollen, ein Leben leben, von dem sie dann umso spannender in neuen Songs zu erzählen haben. Sollte Musik nicht genau so betrieben werden?

Ihr neues Album „Scheherezade“ jedenfalls ist ein Traum, eine Perle im „dunkel leuchtenden Freakwater-Kosmos“ (Rolling Stone). Und es enthält Songs, wie sie sonst heutzutage höchstens noch von Bonnie ‚Prince’ Billy oder von Kurt Wagner geschrieben werden, wie etwa das ungeheure „Bolshevik And Bollweevil“, ein Country-Walzer in Zeitlupe, der „selbst den letzten aufrechten Cowboy auf einem Farm-Aid-Festival auf ein schluchzendes Häuflein Empathie reduzieren dürfte“. Bean und Irwin berichten von einem bösen Brief: „Come on home if you can find it, cause the farm is blown away“ – „Home“ existiert längst nicht mehr, das, wovon die Country-Industrie Amerikas so zuckersüß singen läßt, ist längst ein Fake. Und bei einer so großartigen Band wie Freakwater spürt man das nicht nur in den Texten, sondern eben auch in der Musik, „die Stimmen torkeln und tanzen umeinander, herb und süßlich zugleich“, das Torkeln, dieses Den-Boden-unter-den-Füßen-Verlieren ist in den Songs präsent, und gerade dadurch wird ihr „Folk“ zu einer der zeitgenössischsten Musiken, die man sich überhaupt vorstellen kann.