Bild: Freie Bühne München - Theater Haar
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Information zur Veranstaltung

„Ich verachte niemanden, am wenigsten wegen seines Verstandes oder seiner Bildung, weil es in niemands Gewalt liegt, kein Dummkopf oder kein Verbrecher zu werden – weil wir für die gleichen Umstände wohl alle gleich würden und weil die Umstände ausser uns liegen.“
-Georg Büchner in einem Brief an seine Familie
Ab Ende Juni 2018 erarbeitet das inklusive Ensemble der Freien Bühne München/FBM e.V. unter der Leitung von Regisseur Jan Meyer ein Theaterstück nach Georg Büchners Dramenfragment „Woyzeck“.
Der mittellose Soldat Woyzeck schafft es – trotz größter Bemühungen – kaum für seine kleine Familie zu sorgen. Er leidet unter einer psychischen Beeinträchtigung, hat Halluzinationen und hört Stimmen, die er nicht zuordnen kann. Immer wieder wird er von sozial Höhergestellten schikaniert, gedemütigt und missbraucht. Den Anforderungen der Gesellschaft kann er nicht entsprechen und kann, von seinen Mitmenschen nicht ernst genommen und ausgestoßen, keinen Fuß in der Gesellschaft fassen. Auch Marie versucht diesem trostlosen Leben zu entfliehen. Sie hofft auf sozialen Aufstieg, beginnt eine Affäre mit einem Tambourmajor. Der ist attraktiv und hat Status, wenngleich es ihm an Liebe, Empathie oder sozialem Verhalten mangelt. Woyzeck erahnt Maries Affäre. Durch ihren Treuebruch verliert er den letzten Halt. Gequält von immer stärkeren Wahnvorstellungen, von Eifersucht, Kränkungen und dem täglichen Kampf ums Überleben wird er, das Opfer schließlich zum Täter: Er tötet Marie, die er doch so liebt. 
Anhand Büchners Texten erarbeitet das Ensemble der Freien Bühne München eine Inszenierung, die auch die Erfahrungen der Schauspieler*innen (8 Schauspieler mit und ohne Beeinträchtigung) aufnimmt. Gerade die Ensemble-Mitglieder mit Behinderung sind immer wieder mit Ablehnung und Ausgrenzung konfrontiert, mit dem Schmerz und der Wut, wenn es heißt: Nicht schön genug, nicht schlau genug, nicht kompatibel für die Gesellschaft.