Geächtet (Disgraced) Tickets - Freudenstadt, Theater im Kurhaus

Event-Datum
Donnerstag, den 15. Februar 2018
Beginn: 20:00 Uhr
Event-Ort
Lauterbadstraße 5,
72250 Freudenstadt
Sonstige Ticket-Info
Veranstalter: Freudenstadt Tourismus (Kontakt)

Ticketpreise
von 22,00 EUR bis 28,60 EUR und Ermäßigungen
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Bild: Geächtet (Disgraced) - Euro-Studio Landgraf
Preisgekröntes Schauspiel von Ayad Akhtar
-Konzertdirektion Landgraf, Titisee-Neustadt-


Ayad Akhtar wird 1970 in New York geboren, wächst in Wisconsin auf und studiert Theater an der Brown University. Nach Abschluss des Studiums verbringt er ein Jahr in Italien, wo er Schauspiel bei Jerzy Grotowski studiert. Es folgt ein Masterstudium im Fach Regie an der Columbia University in New York. Akhtar schreibt für Theater, Film und Fernsehen, sein erster Roman erscheint 2012. Für sein Theaterstück „Disgraced“ erhält er 2013 den Pulitzer-Preis.


Identitätsprobleme? Ich doch nicht!

Wenn ein Moslem, der seine Herkunft verachtet, ein Jude, der Political Correctness über alles stellt, eine aufgestiegene Afroamerikanerin im Karriere-Rausch und eine weiße Christin, die der Kunst des Islams verfallen ist, sich zum Abendessen treffen, dann ist das Konfliktpotenzial auch so schon riesengroß.
Doch auch äußere Einflüsse bleiben nicht aus bei diesem Dinner, das in der schicken Upper-East-Side- Wohnung von Amir und Emily stattfindet. Der Pakistani Amir ist Anwalt, die Afroamerikanerin Jory seine Konkurrentin in der Firma. Sie begleitet ihren Mann, den jüdischen Kurator Isaac, der sich zuvor Emilys Bilder angesehen hat und ihr an diesem Abend die frohe Botschaft überbringt, dass ihre Werke in seiner nächsten Ausstellung gezeigt werden,
Der Abend gehört Emily. Für ganze zwei Minuten. Danach beginnen die Diskussionen um Tradition, Glaube und Fundamentalismus. Wenn Amir erzählt, wie er an Flughäfen angestarrt wird, weil man in ihm immer einen Terroristen vermutet oder Jory sich empört, dass Verschleierung der Frau das Individuum auslösche, fliegen harte Thesen durch die Luft. Nach und nach kommen die (Vor)Urteile und Weltanschauungen der vier sehr unterschiedlichen Menschen in den Dialogen zum Vorschein und buchstäblich auf den Tisch. Als schließlich der Alkohol die Zungen löst, werden die Streitgespräche hitziger, Amir begreift zum Beispiel nicht, was seine Frau am Islam fasziniert. Gängige Klischees über religiöse oder ethnische Zugehörigkeiten bestimmen dieses Stück, das viel mit den tragikomischen Theaterstücken von Yasmina Reza gemein hat. Manchmal subtil und witzig, mal nachdenklich und aggressiv - immer geht es darum, die eigene Meinung und Perspektive zu hinterfragen.

Theater im Kurhaus, Freudenstadt