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Scobel fragt: Ost & West - kommt die Zukunft von allein?


Geschichte scheint häufig zu „passieren“ – und sich dabei ganz anders zu entwickeln als gedacht. Fatalisten behaupten, es ließe sich ohnehin wenig „machen“: es seien „die Dinge“, die sich entwickelten – ob wir nun aktiv planen und handeln oder nicht. Geschichte scheint daher ein wenig einem Kartenspiel zu gleichen: Selbst das noch so große Können der Spieler, ihre klugen Absichten und Pläne werden immer wieder durchkreuzt von einer Fülle nicht vorhersehbarer Ereignisse und nicht selten von banalen Zufällen. Erst im Nachhinein entwickelt sich ein „Narrativ“ – die Aufreihung dessen, was geschah, auf einem erzählerischen Faden. Die Zukunft jedoch erscheint vielen nicht nur unvorhersehbar, sondern auch unplanbar. Doch ist diese Sicht auf die Geschichte – und damit auch auf die Gegenwart – richtig?Denn die Gegenwart „wird“ nicht nur passiv empfunden oder verarbeitet – ebensowenig wie auf aktuelle Ereignisse nur passiv reagiert „wird“.

Unser Handeln in der Gegenwart wird von uns selbst gestaltet und ist keineswegs bloß von Zufällen abhängig, sondern von unserem „realexistierenden Handeln“. Es wird durch unser Selbstverständnis, durch unsere Entscheidungen geprägt und aufgrund der gesellschaftlichen Perspektive der Beteiligten gedeutet. Die Deutungen der Vergangenheit prägen dabei unseren Umgang mit der Gegenwart; zwingend sind die Deutungen jedoch keinesfalls. Wir sind frei, die Geschichte anders zu erzählen. Insofern sind weder Geschichte noch Gesellschaft feste Größen. Vielmehr stellen sie in Entwicklung befindliche Prozesse dar. Doch wie groß ist unsere Möglichkeit, die Gegenwart „wirklich“ zu beeinflussen? Gert Scobel