Gottvertrauen - Eine Hölderlin-Collage für Chor & Stimme Tickets - Badenweiler, Kurhaus Badenweiler

Event-Datum
Samstag, den 07. Dezember 2019
Beginn: 16:00 Uhr
Event-Ort
Schloßplatz 1,
79410 Badenweiler
Sonstige Ticket-Info
Veranstalter: Badenweiler Thermen und Touristik GmbH (Kontakt)

Ticketpreise
ab 10,00 EUR
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Bild: Mädchenkantorei am Freiburger Münster
Musik: Mädchenkantorei am Freiburger Münster (Leitung: Martina van Lengerich)

Text: Collage aus Hölderlin-Gedichten (Ulrich Land)

Vergänglichkeit / Natur / Göttlichkeit: für Hölderlin eine Art Bermudadreieck! Und mittendrin will er die Füße auf den Boden bekommen und gleichzeitig nach den Sternen greifen. Muss doch möglich sein! All das Schöne um die Schultern fassen, in wirbelndem Tanz sich drehn und in den Lüften feine Stimmen zirpen, jubeln, kichern hören. – Hölderlin bewohnt sein Wolkenkuckucksheim und wähnt sich umflort von Engelsgesang! Traumhaft.

Die letzten 36 Jahre seines Lebens verbrachte er in einem kleinen Tübinger Turmzimmer und lebte offenbar zwischen Phasen der Geistesgegenwart und der "Geistesgestörtheit". Hier schrieb er Verse von zeitloser Schönheit, improvisierte auf der Flöte und auf dem Klavier und stimmte lautmalerische Gesänge an, statt mit seinen Besuchern zu parlieren. Er spielte nicht nur auf der Klaviatur der Poesie, sondern auch auf der des Spinetts. Während die nichtssagenden Briefe, die er an die Mutter sandte, seine Sprachlosigkeit in den Niederungen des Alltags bezeugen, entkam er der Enge der Turmkammer fast nur noch auf den Flügeln seiner Lyrik und seiner Musik. Getragen von ungebrochenem Gottvertrauen.

Wenn dann ein Mädchenchor anhebt und das Engelsterzett "Hebe deine Augen auf" von Felix Mendelssohn Bartholdy intoniert: einfach himmlisch! Aber die jungen Sängerinnen der Mädchenkantorei am Freiburger Münster können auch andere Töne anschlagen, zum Beispiel mit dem "Lobpreis der Liebe" von Knut Nystedt – einer Komposition, die die Brücke zur Deklamation, zum Wort schlägt. Mit improvisierenden Elementen werden verschiedene Klangebenen im Raum erzeugt: eine musikalische Tiefe, die anrührt. So werden neue, überraschende Wirkungen in der Konfrontation und im Zusammenklang mit den Hölderlin-Gedichten und -Briefen erzielt.