Bild: Hexenjagd - Euro-Studio LandgrafBild: Hexenjagd - Euro-Studio Landgraf
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Information zur Veranstaltung

Schauspiel von Arthur Miller. Euro-Studio Landgraf.
Mit Wolfgang Seidenberg, Karsten Klemm u. a. Regie Volkmar Kamm.
19 Uhr Einführungsvortrag

Im Jahr 1692 wurden in Salem nahe Boston einige pubertierende Mädchen nackt beim Tanzen im Wald gesehen. Um einer Strafe zu entgehen, erklärten sie, verhext worden zu sein. In der Folge wurden 150 Menschen verhaftet und eingekerkert, 20 wurden hingerichtet, weitere starben in der Haft, rund 50 legten aufgrund von Drohungen und Folter „Geständnisse“ ab.

1952 schrieb der Pulitzer-Preisträger Arthur Miller das Stück „Hexenjagd“ über diese Ereignisse – und legte darin die Parallelen zu der nach dem Zweiten Weltkrieg einsetzenden Jagd auf Kommunisten und linksgerichtete Intellektuelle in den USA offen. „Elemente, die unser Land und unsere Gesellschaft zerstören“, so der oberste Kommunistenjäger Senator McCarthy. Betroffen waren Künstler, Filmschaffende, Schriftsteller, Staatsbedienstete, auch Emigranten wie Bert Brecht oder Thomas Mann. Miller klagt in „Hexenjagd“ den Fanatismus an, der im Andersdenkenden nicht den Menschen sieht, sondern das Monster, das „unsere Gesellschaft“ zerstören will.

Millers Drama fand stets einen Platz in den Theaterprogrammen, 
weil es ein packendes Stück ist. Dass es heut eine geradezu massive Bühnenpräsenz erfährt, liegt daran, dass sich die Ereignisse von 1692 und 1952 derzeit zu wiederholen scheinen. Die Puritaner von Salem wollten eine Theokratie, eine „reine“ einheitliche Gemeinschaft – was aber das Entfaltungsrecht des Menschen, sein Recht auf persönliche Integrität und Selbstverwirklichung außer Kraft setzte. Sind wir heute nicht wieder an einem Punkt, wo politische und religiöse Gruppierungen die „reine Gemeinschaft“ propagieren, die all jene ausgrenzen und teils sogar vernichten wollen, die anders denken, anders aussehen,
anders glauben oder sich sexuell anders erleben?