Himmelsstürmer des Spätbarock - Frankfurter Kantorei
Erleben Sie die Himmelsstürmer des Spätbarock gespielt von dem Ensemble der Frankfurter Kantorei 2019 live. Jetzt Karten sichern. weitere Infos

Information zur Veranstaltung

„Himmelsstürmer des Spätbarock“

Vivaldi, Domine ad adiuvandum me festina (RV 593) für Sopran, Chor und Orchester
Johann Adolph Hasse, Grave e Fuga für Streichorchester
und „Mea tormenta properate” für Sopran und Orchester
Jan Dismas Zelenka, Missa Omnium Sanctorum a-Moll ZWV 21
Philipp Mathmann, Sopran
Ulrike Malotta, Alt
Florian Cramer, Tenor
Frederic Moerth, Bariton
Frankfurter Kantorei
Camerata Frankfurt
Winfried Toll
Frankfurter Kantorei

Das Konzert der renommierten Frankfurter Kantorei wird Werke von vier Himmelsstürmern des Spätbarock präsentieren, wobei insbesondere der aus Bergedorf bei Hamburg stammende Johann Adolph Hasse alle Register der spätbarocken Affekte bis in die Extreme hinein zieht und damit eine Ausdrucksmusik schafft, die die kommende Epoche des „Sturm und Drang“ vehement ankündigt. Und auch die Musik Zelenkas ist unorthodoxe Ausdrucksmusik, formal kühn und eigenwillig mit stets überraschenden Wendungen, eine letzte außergewöhnliche Apotheose der Messkompositionen des von Bach überaus geschätzten Zeitgenossen.

Hauptwerk des Konzertes wird Jan Dismas Zelenkas ,,Missa Omnium Sanctorum“ sein. Über Zelenka, 1679 in Böhmen geboren und 1745 in Dresden gestorben, schrieb Volker Hagedorn in der Wochenzeitung Die Zeit unter dem Titel „Der Bizarre neben Bach“: Zelenkas Werke zeigen, was zu seinen Lebzeiten offenbar nur Große wie Bach kapierten, der Stücke von Zelenka in seiner Bibliothek hatte: ein Genie. Ein Typ an der Wahnsinngrenze, von solcher Individualität und Fusionskraft, so witzig und so inbrünstig, so innovativ und unverwechselbar, dass ihn seine Arbeitgeber auf Händen hätten tragen müssen. Aber selten ist ein Künstler seines Formats so erbärmlich behandelt worden wie dieser gebürtige Prager im glänzenden Dresden August des Starken und seines Nachfolgers. Erstaunlicherweise komponierte er umso spannender, je weniger Chancen er hatte. Mit seinen letzten vier Messen katapultierte er sich in die Zukunft und auf einen Spezialplatz neben Bach.

Philipp Mathmann, 25-jähriges Multitalent mit schon jetzt erstaunlicher Vita und zuletzt Schüler von Emma Kirkby, Ikone des Barockgesangs, wird die Sopranpartien übernehmen, die in der Barockzeit von den damals umjubelten Kastraten gesungen wurden.