Bild: Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel - Anhaltisches Theater Dessau
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Information zur Veranstaltung

Kurz vor Beginn einer Pressekonferenz. Anlass ist die Präsentation eines Filmprojektes, das sich den Biografien von drei Persönlichkeiten widmet. Einstmals waren sie alle First Ladies, Gattinnen ehemaliger Staatsoberhäupter. Um die Wartezeit zu überbrücken, plaudern Frau Margot, Frau Imelda und Frau Leila über Schuhe, schusssichere BHs, die richtige Winketechnik und die Gedichte Maos. Aber auch große Begriffe wie Freiheit, Gerechtigkeit, Sehnsucht, Hoffnung und Unterwerfung werden beiläufig angerissen. Aus der Geschichte scheinen die einstigen First Ladies nicht viel gelernt zu haben. Damit der Streit nicht vollkommen eskaliert, nimmt es Dolmetscher Gottfried mit der Wahrheit nicht so genau und glättet die eine oder andere Übersetzung, natürlich ganz im Sinne der harmonischen Völkerverständigung. So ist der Zickenkrieg vorprogrammiert, und mit jeder Minute schwindet der gegenseitige Respekt. Keine der Damen rückt von ihrer Position ab, und abseits des Protokolls offenbaren die Diven in einem fulminanten verbalen Schlagabtausch, der ebenso unheimlich wie komisch ist, ihr wahres Gesicht.

Die vielfach ausgezeichnete Theaterautorin Theresia Walser, jüngste Tochter des Schriftstellers Martin Walser, hat trotz realer Bezüge und diverser authentischer Details kein politisches Dokumentartheater geschrieben. Ihre schwarze Komödie ist zuallererst das Psychogramm dreier despotischer Diven, die mit geradezu pathologischer Renitenz auf ihren skurrilen Welt­erklärungsmodellen beharren und sich im Zeitalter der ­alternativen Fakten ihre eigene Wirklichkeit erfinden.