Jazzkantine Tickets - Wunstorf, Küsters Hof

Event-Datum
Samstag, den 22. Mai 2021
Beginn: 20:00 Uhr
Event-Ort
Hindenburgstraße, 29,
31515 Wunstorf
Sonstige Ticket-Info
Veranstalter: LA SOL EVENTS GmbH (Kontakt)

Es gibt keine Ermäßigungen für Rollstuhlfahrer, Schwerbehinderte und deren Begleitpersonen.
Ticketpreise
ab 29,70 EUR *
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Bild: Jazzkantine
Jazzkantine – 25 Jahre
»Es ist Jazz« – und das bereits seit 25 Jahren. Ein Vierteljahrhundert. Die Jazzkantine ist
mittlerweile ein deutscher Musik-Dinosaurier. Etwas faltig zwar, aber immer noch flink,
flexibel und wandlungsfähig. Und am Leben. Gewachsen und gereift über eine lange
Zeitspanne, die nur die Zähesten und Erfolgreichsten in der deutschen Musikszene
durchhalten und überstehen: Die Toten Hosen, Herbert Grönemeyer, die Fantastischen Vier
oder Fettes Brot beispielsweise. Mit all diesen Stars und Kollegen stand die Braunschweiger
Band irgendwann, irgendwo einmal zusammen auf irgendeiner Festivalbühne. Gestählt
durch unzählige Gigs in kleinen schmuddeligen Clubs, aber auch in piekfeinen Theatern und
in riesigen Arenen. Die Jazzkantine hat bis dato um die 1.500 Konzerte gespielt, das Schönste
und Schlimmste, Aufregendste und Außergewöhnlichste aus allen Musikwelten erlebt.
Jazz meets Rap made in Braunschweig
Einst inspiriert von Quincy Jones legendärem ›Back on the Block‹-Album, das eine Vielzahl
prominenter Musiker verschiedener Musikrichtungen versammelte und fusionierte, hat die
Jazzkantine bis heute ihren ganz eigenen musikalischen Weg gefunden – und originären
Sound geschaffen. »Ich bin geprägt von meinem Vater, der ein großer Jazz-Fan war. Für mich
stellte sich 1994 die Frage: Bekommt man so etwas auch mit deutschen Jazzern und Rappern
hin? Und das hat gut funktioniert«, erinnert sich Christian Eitner, Bandleader, Bassist und
Produzent, an die Anfänge der Jazzkantine.
Die richtige Idee zum richtigen Zeitpunkt
Geplant war eigentlich nur eine Compilation mit Gastmusikern und kleiner Band – doch
plötzlich lagen Angebote von drei Majorlabels vor, die schnell fragten ob das auch auf Tour
gehen kann. Es war die richtige Idee zum richtigen Zeitpunkt mit den richtigen Musikern. So
nahm die musikalische Geschichte der Jazzkantine ihren Lauf. Das gleichnamige Debüt
schaffte es bis auf Platz 62 der deutschen Charts, verkaufte über 100.000 Exemplare und
gewann zudem einen German Jazz Award, später auch den Echo. Auch ohne Hitsingles, aber
mit zwölf Alben und unermüdlicher Livepräsenz erspielte sich das vielfältige Langzeitprojekt
vor allem in deutschsprachigen Ländern (unter anderem auch beim renommierten Montreux
Jazz Festival) über die Jahre einen guten Namen.
Die Jazzkantine hat einen elitären Sound selbstbewusst revitalisiert und leidenschaftlich
umgesetzt: »Wir waren ein Teil derer, die den traditionellen Jazz entstaubt haben«, sagt
Eitner. Mit 15 Musikern ging es damals im doppelstöckigen Nightliner auf die erste Tour. Eine
musikalische ›Klassenfahrt‹ – natürlich mit allen exzessiven Begleiterscheinungen. »Wir
waren und sind die Rock’n’Roll-lastigste Jazz-Band« meint Frontmann Cappu.
Die Lust an der kreativen Grenzüberschreitung
Die experimentierfreudige Jazzkantine kannte nie Berührungsängste, vielmehr ging es der
bunt zusammengewürfelten Truppe immer um die Lust an der kreativen
Grenzüberschreitung und stetige Neuerfindung. Verschiedene Köche bereiten hier Futter für
die Seele zu – und das gerne mit neuen, leckeren Zutaten. Ob bei Theater- und Tanz-
Produktionen oder bei der Aneignung und Umsetzung von anderen musikalischen Genres –
die Menüs schmeckten stets überraschend anders. Keine Gourmet-Köche, aber coole
Currywurst-Typen, deren Sound glücklich und satt macht. Musik, die jeder versteht und
sofort in den Bauch geht.

Natürlich brodeln bis heute cooler Jazz und jede Menge lässiger Rap, aber auch warmer Soul
und grooviger Reggae im Soundtopf. Zudem hat das innovative Kollektiv mit Heavy Metal
(das Album ›Hell’s Kitchen‹ erreichte im Jahr 2008 Platz 1 bei den iTunes-Jazz-Charts und
Platz 1 der deutschen Media Control-Charts Jazz) experimentiert – und auf ihre Art und Weise
souverän umgesetzt. Hochkarätige Gastmusiker – Rapper wie Ol Dirty Bastard vom Wu-Tang
Clan und Smudo von den Fantastischen Vier oder Jazzer wie Till Brönner, Pee Wee Ellis, Nils
Landgren, Gunter Hampel und Bill Evans – sorgten außerdem immer wieder für besondere
Würze auf den Alben, 2014 auch in Fusion mit der NDR-Bigband.
Hinfallen, wieder aufstehen, weitermachen
Doch der lange Weg der Jazzkantine war auch immer wieder von Dellen und kreativen
Löchern geprägt. Gründer und Gangleader Christian Eitner hat es jedoch geschafft, seine
vielköpfige Charaktertruppe über all die Jahre im Kern zusammengehalten. Klar, es gab
Unstimmigkeiten, Streits, Abgänge und leider auch zwei Todesfälle. Doch Aufgeben gilt es
für die Band aus der Löwenstadt nicht. Hinfallen, wieder aufstehen, weitermachen. Immer
weiter. Alle Erfahrungen, Erfolge und Schicksalsschläge haben die Jazzkantine bis heute
geprägt, gestählt und ganz besonders gemacht.
Es ist ihnen ein Ehre
Was ist Jazz? – Der relaxte, fein funkelnde und frei fließende Song ›Eine Ehre‹ aus ihrem
neuen Album ›Mit Pauken und Trompeten‹, das im August 2019 erscheint, erzählt die 25-
jährige Jazzkantine-Story in komprimierten 4:15 Minuten. Ein Rückblick und zugleich
Ausblick in die Zukunft. »Hey, hey an alle Wegbereiter, es ist uns eine Ehre und so soll es
immer sein…«, rappen Cappuccino und Tachi ganz entspannt.
Mit dem wohl besten deutschen Posaunisten Nils Wogram, Shooting Star Simon Oslender an
der Hammond, De-Phazz-Frontlady Pat Appleton, RnB-Sänger Albert N‘Sanda sowie Johnny
Wonder (Culcha Candela) gibt es, wie in der Kantine üblich, eine Reihe von excellenten
Gastmusikern, die spannende Akzente in den 15 Tracks setzen. So enstehen mit ›Jordu‹ und
›Die wollen nur spielen‹ kraftvolle Instrumentals, aber auch Statements zu
Entschleunigungs-Themen in ›Augenblick‹ oder ›Ich zieh den Stecker‹. Gefühlvollen Ballade
(›Bitte lass mich‹ und ›Wichtig‹) versus Dancefloor-Jazz-Tunes wie ›Tanz, Baby‹ oder
›Adrenalin‹. Und wenn eine Band inzwischen ein Dutzend Kinder hervorgebracht hat. hat sie
auch eine rockige Meinung zu Helicopter-Eltern (›Lass sie doch‹).
Pauken und Trompeten - fette Beats und funky Horns. Saiten und Tasten, Scratches und
Stimmen.
Ein angenehm abgehangenes und unaufgeregtes Album (CD & Vinyl) mit dem die
Jazzkantine im Herbst 2019 auch auf Tournee war. Stimmungsvoll, facettenreich und
durchgehend gut am grooven. So kann es weitergehen. Gerne die nächsten 25 Jahre.