Bild: Jedermann - Ensemblebühne Fürth
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Information zur Veranstaltung

Inszenierung: Fürther Bagaasch – Ute Weiherer mit Ulrike Gradl - Rike Frohberger - Uwe Weiherer - Ursula Hähner - Martin Würflein - Jörg Scheiring - Tatjana Grumbach - Yücel Yildirim - Alexandra Krug - Wolfgang Frank - Martin Bordo - u.v.a.
 
„Wer ruft so gräßlich Jedermann?“ Der Jedermann ist das populärste Werk v. Hofmannsthals. Gründet sich seine Popularität vor allem auf die zahlreichen Aufführungen unter freiem Himmel – so ist das Charakteristische des Stückes in seiner Mittelstellung zwischen literarischer Tradition und Bühnenwirklichkeit zu sehen. Im Jedermann geht es ums Ganze, ums Sterben und ums Ewige. Die Figuren sind sinnbildlich. Gott und Teufel, Tod und Glaube, Mammon und Gute Werke...sie alle ringen um die Seele des reichen Mannes in seiner Sterbensstunde, in der er von allen Freunden und Verwandten verlassen wird. Der Jedermann zeigt die großen Lebensthemen Machtmissbrauch, Liebe, Tod.
 
„Jetzt habet allsamt Achtung, Leut, und hört, was wir vorstellen heut! Ist als ein geistlich Spiel bewandt, Vorladung Jedermanns ist es zubenannt.“
 
Der „Jedermann“ verbindet zwei literarische Motive: Freundschaftsprobe vor dem Tode und Strafgericht nach dem Tode. Literarisch findet sich das bereits in den Totentänzen, diese entstanden durch die in ganz Europa wütende Pest. Die Angst sollte gebannt werden und der Mensch suchte Trost darin, dass die Seuchengefahr auch König und Kardinal bedroht.
 
Der zweite Aspekt hingegen, die moralische Rechtfertigung für unsere Existenz, wird von gesellschaftlichen Wandlungen beeinflusst. In der auslaufenden Epoche des Mittelalters wurde Gott als strenger Richter betrachtet, dem der sündige Mensch im Tod allein gegenüber treten und sich verantworten musste. Durch Almosen, Fasten, Wallfahrten und fromme Stiftungen konnte der Mensch auf einen günstigen Richterspruch hoffen. Man glaubte, sich das Seelenheil mit Ablasshandel einfach erkaufen zu können. Mit der Veröffentlichung der 95 Thesen durch Martin Luther am 31. Oktober 1517 setzte ein Wandel ein und es begann die Reformation. Luther war zu der Überzeugung gekommen, dass Gott nicht unerbittlich und streng ist, er ist gütig. Daher ist das Vertrauen auf diese Güte entscheidend, der Glaube, die gläubige Hinwendung zu Gott.
 
Die Auseinandersetzungen der Reformationszeit finden bei Hofmannsthal ihre Fortsetzung: „Ich glaub an die 12 Artikel mit Fleiß!“ (Jedermann)
 
Gemeint sind nicht die 10 Gebote, sondern die Forderungen der Bauern 1525 in Memmingen. Diese 12 Artikel aus dem deutschen Bauernkrieg gelten als die erste Niederschrift von Menschen- und Freiheitsrechten in Europa und als erste verfassungsgebende Versammlung auf deutschem Boden.