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Jesus sprang vor die U-Bahn - von Stephen Adly Guirgis

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Information zur Veranstaltung

Theater Alte Feuerwache zeigt Teil 2 der New York Anthologie von Stephen Adly Guirgis
Deutsche Uraufführung - Eine Co-Produktion mit dem RaRa:Theater

Die Zunge des Mannes scheint anzuwachsen, seinen Mund auszufüllen, scheint die Sprache zu verhindern und die Gedanken zu untergraben. Seine Stimme dehnt sich frustriert, kratzt aufwärts, bis sie – endlich – das Wort „Geheiligt” ausspricht. Doch als Angel Cruz schließlich die Hürde überwunden hat, die das bedeutete, versteht er sein eigenes Wort nicht mehr – der Schreie wegen, die aus den anderen Zellen dröhnen. Das Vaterunser zu beten, ist unter diesen Umständen alles andere als leicht.

Eigentlich kommt fast gar nichts leicht daher in dem Stück „Jesus sprang vor die U-Bahn” des amerikanischen Dramatikers Stephen Adly Guirgis, und das schließt die Antworten auf die verstörenden fundamentalen Fragen ein, die es den Mut hat zu stellen. In diesem explorativen, intensiven Portrait der Leben hinter Gittern ist der Weg zur Erlösung nicht nur mit Hindernissen gespickt. Eigentlich... existiert er gar nicht.

Angel Cruz ist ein dreißig Jahre alter Fahrradkurier aus New York, der seinen besten Freund an eine Sekte verloren hat. Zu Beginn des Stücks ist er in seiner zweiten Nacht im Gefängnis und erwartet seinen Prozess, weil er dem Sektenführer ins Hinterteil geschossen hat. Er kniet, allein und in Panik, und versucht, ein Gebet zu sprechen, an das er sich nicht erinnern kann, gerichtet an einen Gott, den er alles andere als vergessen hat. Angels Pflichtverteidigerin ist Mary Jane Hanrahan, verhältnismäßig jung, aber bereits ziemlich desillusioniert. Dann stirbt Reverend Kim, der Sektenführer, auf dem Operationstisch, und Angel wird plötzlich wegen Mordes angeklagt. Von anderen Insassen regelmäßig verprügelt und eines Tages bewusstlos mit einem Bettlaken um seinen Hals in seiner Zelle entdeckt, wird er in einen speziellen Block überführt, wo er 23 Stunden am Tag in Einzelschutzhaft in einem Käfig verbringt. Sein Wärter ist Valdez, ein brutal direkter Justizbeamter, der nur schwarz und weiß – und keinerlei grau – kennt. Abseits davon ist sein einziger menschlicher Kontakt der einsame Insasse im Käfig neben ihm, Lucius Jenkins. Lucius hat zu Gott gefunden, und das ändert Angels Leben und den Verlauf seines Prozesses fundamental.

Die neue Produktion des Theaters Alte Feuerwache, nach „Schwester Rose” im Vorjahr wieder eine deutsche Uraufführung und Co-Produktion mit dem Frankfurter RaRa:Theater, beschäftigt sich mit „Themen von Dostojewski´scher Reichweite: Verbrechen und Strafe, freier Wille, moralische Verantwortung. [...] Bilder, die man aus Fernsehserien wie ‚Law and Order‘ kennt, in einem Kontext aus intellektueller Schlagkraft und Raffinesse auf der einen und schmerzgeplagter Leidenschaft auf der anderen Seite – ‚Jesus sprang vor die U-Bahn‘ ist ein flammend erzähltes Stück Theater, das die Körpertemperatur genauso ansteigen lässt wie die des Geistes. Keine Sorge: weniger Predigt als Mutmaßung, das aber jederzeit mit Vollgas.” [New York Times]