Bild: Julia Holter
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Information zur Veranstaltung

Schon jetzt eines der Alben des Jahres: Julia Holters „Ekstasis“. Nachdem das Debütalbum „Tragedy“ der in L.A. lebenden, klassisch ausgebildeten Musikerin letztes Jahr mit textlichen Referenzen an eine griechische Tragödie des Dichters Euripides und sehr anspruchsvollen, zum Teil an Neue Musik erinnernden Soungstrukturen verblüffte, ist „Ekstasis“ musikalisch zugänglicher, man könnte sagen: poppiger geworden und erinnert durch sein sphärisches, luftiges Klangbild an das New York der frühen achtziger Jahre mit seinen Protagonisten Arthur Russel und Laurie Anderson, wobei Kate Bush im Hintergrund mitklingt. Nach Deutschland kommt Julia Holter im Juni zum ersten Mal und setzt das Album live mit kompletter Band um. Man wird im Moment kaum jemand anderen finden, der so wagemutig, verletzlich und schön musiziert. Dabei ist sie so retro, dass sie eigentlich schon post-retro ist: Ein Lob der Sängerin und Produzentin Julia Holter. Eine ganze Schule junger Popkünstler und -künstlerinnen beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen Pop und Philosophie, zwischen Retro-Kultur und Geistesgeschichte: Julia Holter vertonte auf „Tragedy“ die Trägodie „Der bekränzte Hippolytos“ von Euripides (428 v. Chr.); nun erschien ihr neues Album „Ekstasis“. Die kalifornische Sängerin und Produzentin Julia Holter kreiert ebenso kunstvoll gewirkte wie äußerst kurzweilige Platten; darauf hört man schwebende, stürzende, schlingernde Streicher, gesampelte Umwelt- und Alltagsgeräusche, dunkel grollendes Industrialgedengel und gregorianische Chöre – und vor allem: den süßesten, schroffsten und wandlungsreichsten Pop-Gesang, den man sich vorstellen kann.

Aus der Gegenwart will sie nicht ins Nostalgische fliehen, sondern ins Ewige und Schöne: Nichts könnte unzeitgemäßer sein, nichts ist gerade darin aktueller. Man wird im Moment kaum jemand anderen finden, der so wagemutig, verletzlich und schön musiziert wie Julia Holter. (Foto: Rick Bahto)