Kiki Manders Quartett - Foyer-Jazz • Rising Stars Tickets - Merzhausen, Forum Merzhausen

Event-Datum
Freitag, den 09. März 2018
Beginn: 20:00 Uhr
Event-Ort
Dorfstraße 1,
79249 Merzhausen
Sonstige Ticket-Info
Veranstalter: forum jazz e.V. (Kontakt)

Ticketpreise
ab 18,00 EUR und Ermäßigungen
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Kiki Manders Quartett - Foyer-Jazz • Rising Stars

Bild: Kiki Manders Quartett - Foyer-Jazz • Rising Stars
Eine große Entdeckung.

Wenn es um Jazzgesang geht, scheiden sich die Geister - nicht jeder Interpret vermag das Publikum zu verzaubern. Aber gerade um das geht es in diesem Genre so sehr. Umso überraschender, wenn eine junge Stimme auftaucht, die diese Magie ganz offensichtlich beherrscht: Kiki Manders, gebürtige Holländerin, wohnhaft in Berlin, hat das Zeugs dazu, eine der Top-Vokalistinnen am Jazzhimmel zu werden: Grund dafür ist das perfekte Zusammenspiel mehrerer Faktoren - wie etwa Timing, Timbre, Swing und diese bereits erwähnte emotionale Leitfähigkeit, die wie ein Lichtpunkt zwischen der Interpretin und dem Zuhörer hin und herhüpft. Dass ein zukünftiger Star sich natürlich nicht als "Nachsinger zigtausendmal gehörter Standards" profilieren kann, ist logisch. Die musikalisch vielschichtigen Eigenkompositionen sind spannend, weil auch sie die ganze Emotionalität der Musikerin in sich tragen. Dabei setzt sie zwar moderne Stilmittel wie Overdubs ein, bleibt dabei aber sehr zurückhaltend und verfällt daher auch nie in langweilige Technikdemonstrationen. Ihre klare Stimme mit dem wunderschönen Timbre überzeugt auch so total. Als kongeniale Partner agieren auch ihre subtilen Mitspieler Attila Mühl (Gitarre), Jonathan Ihlenfeld Cuñiado (Bass) und Bodek Janke (Drums/Perkussion). Manders hat ein Album aufgenommen, das zu 90 Prozent aus Eigenkompositionen besteht - und zu 10 Prozent - in diesem Fall ein einziger Song - aus fremdem Material. Und typischerweise ist auch dieser Song - es handelt sich um Léo Ferrés "Avec Le Temps" - so passend zur Protagonistin: Er ist tragisch, tiefgründig, melancholisch und zugleich voller Liebe.
Diese dramatische Hoffnungslosigkeit bleibt (gottseidank) nicht durchgängiges Thema des neuen Albums, sondern sie setzt nach dem Herzschmerz perfekt über und bringt alles auf eine deutlich leichtfüßigere Ebene.
Dass eine junge Sängerin ein derart reifes Produkt auf den Markt bringt, ist erstaunlich - und fasziniert gleichermaßen. Auch die Tatsache, dass Niederländisch als Vokalsprache bis dato quasi ungehört blieb, sorgt für positive Überraschungen. Einziger Wermutstropfen dabei bleibt, dass man die Texte nicht im Booklet abgedruckt hat, denn es wäre schön zu wissen, welche Historie sich dahinter verbirgt - obgleich sich dies aus der Klangfarbe irgendwie erahnen lässt. Alles in allem hat Manders ein unglaubliches Erstlingswerk aufgenommen. Und es stehen alle Signale auf Grün - was hoffen lässt, bald wieder von ihr zu hören, denn ich bin mit zu 100% sicher, dass da noch viel Tolles zu erwarten ist. Wolfgang Weitlaner

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