Konzert Hamburger Kammermusikfest in der Reihe classicYoungstRs Tickets - Hamburg, Palais Esplanade

Event-Datum
Sonntag, den 05. November 2017
Beginn: 19:00 Uhr
Event-Ort
Esplanade 15,,
20354 Hamburg
Sonstige Ticket-Info
Veranstalter: Musikförderung classic e.V. (Kontakt)

Inhaber der NDR Kulturkarte erhalten eine Ermäßigung von 25% auf den regulären Eintrittspreis. Eine Kombination mit anderen Ermäßigungen ist ausgeschlossen. Die Karte ist an der Abendkasse bzw. beim Einlass vorzuzeigen.
Ermäßigte Karten gelten für Schüler, Studenten, Azubis, Absolvierende eines freiwilligen Jahres, Erwerbslose und Gäste mit Behinderungen gegen Vorlage einer gültigen Bescheinigung, die an der Abendkasse bzw. beim Einlass vorzuzeigen ist.
Ticketpreise
ab 28,50 EUR und Ermäßigungen
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Bild: Hamburger Kammermusikfest International
"grenzenlos" von der Spätromantik bis zur Moderne

Künstlerbesetzung

Mark Karlinsky (Violine), Ivan Karizna (Violoncello), Mara Mednik (Klavier)

Im Rahmen des Podiums "classicYoungstRs" studieren wieder junge preisgekrönte Nachwuchsmusiker außergewöhnliche Werke für das Hamburger Kammermusikfest ein und nehmen diese in ihr Repertoire auf. Die Pianistin und Professorin Mara Mednik entdeckt für das diesjährige Kammermusikfest zwei neue herausragende Talente – den in Russland geborenen und nach Israel emigrierten und bereits mehrfach mit Preisen ausgezeichneten Violinisten Mark Karlinsky und den ebenfalls in Russland geborenen Cellisten Ivan Karizna, der u.a. dritter Preisträger beim 14. Internationalen Tchaikovsky Wettbewerb im Jahr 2011 war.
Das Konzert beginnt mit einem sehr anrührenden Schlaflied: "Lullaby" (For Dead Syrian Children).
Der aus Syrien nach Belgien geflohene Violinist Shalan Alhamwy komponierte es für die vielen toten syrischen Kinder.
Danach folgt die "Suite Italienne", das einzige Werk für Cello und Klavier des aus Russland über Frankreich in die USA emigrierten Igor Strawinsky. Es ist ein Arrangement aus dem Pulcinella-Ballett, das den Charme von Pergolesis Melodien und Strawinskys spritzige Ausdrucksweise auf eindrucksvolle Weise verbindet. Ernest Bloch, amerikanischer Komponist schweizer Herkunft, schuf einen spezifisch jüdischen Stil, der die frei fließende Rhythmik und Metrik der hebräischen Sprache aufnimmt - eindrucksvoll zu hören in dem Gebet "From Jewish Life" für Violoncello und Klavier Nr. 1 Prayer. Der in Österreich geborene Fritz Kreisler lebte zeitweise in Berlin, musste dann aber in die USA emigrieren. Bereits in jungen Jahren entwickelte er eine spezielle warme Tongebung, mit der er seine Zuhörerschaft in den Bann schlug und durch die er zusammen mit seinen Kompositionen dem Geigenspiel des 20. Jahrhunderts entscheidende Impulse gab. Dieser warme schmelzende Ton entsprach dem legendären Alt-Wiener Geigenklang, welcher in den drei folgenden Werken ("Liebesleid","Schön Rosmarin" und "Tambourin Chinois") für Violine und Klavier anschaulich präsentiert wird. Auch Béla Bartók emigrierte 1940 in die USA, nachdem die Verhältnisse in Ungarn für ihn untragbar geworden waren. Die "Rumänischen Volkstänze" Sz.56 bearbeitet für Violine und Klavier von Zoltán Székely sind mit ihrer etwas vertrackten Rhythmik und schwebenden Melodik ein besonderes Hörerlebnis, welches damals in den Konzertsälen des alten Europas so noch nicht zu hören war.
Der zweite Konzertteil beginnt mit "Errigal" für Violoncello und Klavier der irischen Komponistin und Cellistin Ailbhe McDonagh, einem Auftragswerk für das 8. Hamburger Kammermusikfest International 2017. "Errigal" ist eine magische Berglandschaft in Irland aus der viele Menschen wegen einer Hungersnot über den Atlantik emigrieren mussten. Mieczysław Weinberg, verließ Polen überstürzt in die Sowjetunion, wo er als Jude zeitlebens einen schweren Stand hatte. Seine 24 Präludien für Violoncello solo op. 100 lassen im Auftritt von Sarabande und Menuett einen Bezug zum barocken Meister J.S. Bach erkennen. Bei näherem Hinsehen zeichnen sich aber einerseits deutlich viele Tonartenzyklen der russisch-sowjetischen Instrumentalmusik und andererseits die Cellomusik von der Romantik bis in die Moderne ab. Béla Bartóks folgende Rhapsodie Nr. 1 für Violoncello und Klavier Sz. 88 ist eher ein konzertantes Werk, in dem sich die östlichen musikantischen Spieltechniken in der Stimme des Violoncellos wiederfinden. Dies verleiht dem Werk eine ungarisch-rustikale Komponente.
Der polnische Komponist und Violinist Henryk Wieniawski lebte zeitweise in Sankt Petersburg. Dort hatte er großen Einfluss auf die Entwicklung der russischen Violinschule. In seinen Kompositionen wie den "Variationen über ein Original-Thema" für Violine und Klavier A-Dur op. 15 kommt Wieniawskis violinistische Virtuosität sehr stark zum Ausdruck. Außerdem vermittelt er darin überzeugend den slawischen Einfluss seiner polnischen Heimat.

Programm

Shalan Alhamwy (1982) Syrien / Belgien
"Lullaby" (For Dead Syrian Children) für Violine und Klavier

Igor Strawinsky (1882-1971) Russland / USA
"Suite Italienne" für Violoncello und Klavier (1933)

Ernest Bloch (1885-1977) Schweiz / USA
aus "From Jewish Life" für Violoncello und Klavier (1925)
Nr. 1 Prayer

Fritz Kreisler (1875-1962) Österreich / USA
"Liebesleid" für Violine und Klavier a-Moll
"Schön Rosmarin" für Violine und Klavier G-Dur
"Tambourin Chinois" für Violine und Klavier op. 3

Béla Bartók (1881-1945) Ungarn / USA
"Rumänische Volkstänze" Sz.56 bearbeitet für Violine und Klavier von Zoltán Székely

Ailbhe McDonagh (1982) Irland
"Errigal" für Violoncello und Klavier
Auftragswerk und Uraufführung für das 8. Hamburger Kammermusikfest International 2017

Mieczysław Weinberg (1919-1996) Polen / Russland
aus den Präludien für Violoncello solo op. 100
Nr.5,18,22,23

Béla Bartók (1881-1945) Ungarn / USA
Rhapsodie Nr. 1 für Violoncello und Klavier Sz. 88

Henryk Wieniawski (1835-1880) Polen
"Variationen über ein Original-Thema" für Violine und Klavier A-Dur op. 15

Palais Esplanade, Hamburg