Lehrstückzentrale - "Die Horiatier und die Kuriatier" und "Der Horiatier" Tickets - Augsburg, brechtbühne im Gaswerk

Event-Datum
Sonntag, den 16. Februar 2020
Beginn: 18:00 Uhr
Event-Ort
August-Wessels-Str. 30,
86156 Augsburg
Sonstige Ticket-Info
Veranstalter: Kulturamt der Stadt Augsburg (Kontakt)

Gegen Vorlage eines gültigen Nachweises für Schüler*innen, Studierende, Schwerbehinderte, Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger*innen, Teilnehmer* innen am Bundesfreiwilligendienst (BFD) oder am Freiwilligen Sozialen bzw. Ökologischen Jahr und für freiwillig Wehrdienstleistende.

Inhaber*innen des Kultursozialtickets (Tafelausweis) erhalten für markierte Veranstaltungen Tickets für 1 Euro (limitiertes Kartenkontingent) unter brecht@augsburg.de. Außerdem können sie an der Abendkasse ab 15 Minuten vor Vorstellungsbeginn Restkarten für 1 Euro erhalten.

Inhaber*innen der swa City App...(Mehr Info)
Ticketpreise
von 9,00 EUR bis 21,00 EUR und Ermäßigungen
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Bild: Brechtfestival
18.00 Uhr
Einführung: „Von Brechts Radio-Theorie zur Skype-Regie“ mit Jürgen Kuttner

18.30 Uhr - Die Horatier und die Kuriatier von Bertolt Brecht „Wir unterwerfen uns nicht!“
(Bertolt Brecht, 1935)
Bluespots Productions wollen sich bei diesem Lehrstück auf das symbolische Kriegsszenario konzentrieren, auf irrwitzige Widersprüche, auf Glück bringende Unwägbarkeiten: „Warum uns selber zerfleischen?“
In ihrer Versuchsanordnung begegnen sie Brechts sperriger Poesie mit Musikalität und Rhythmus. Das Unbekannte füllt den virtuellen Probenraum, den sich die Künstlerinnen und Künstler Stück um Stück gemeinsam mit Regisseur Oleg Eremin erschließen. Dass Englisch als gemeinsame Verständigungssprache für beide Seiten eine Fremdsprache ist, fordert dabei eine besondere Art des Umdenkens. Ein spannender kreativer Prozess, der, mit dem gemeinsamen Ziel im Blick, nie aufhört, nach neuen Antworten zu suchen.
Von und mit Bluespots Productions: Guido Drell, Elisabeth Englmüller, Daniela Fiegel, Kathrin Knöpfle, Anja Neukamm, Patrick Schlegel, Martin Schülke, Lilijan Waworka, Philipp W. Wilhelm • Regie: Oleg Eremin.
Eine Koproduktion des Brechtfestivals mit Bluespots Productions
Aufführungsrechte: Suhrkamp Verlag
Dauer: ca. 50 Minuten


20.15 Uhr
Der Horatier von Heiner Müller „Ehrt den Sieger/ Richtet den Mörder.“ (Heiner Müller, 1968)
Der Horatier ist ein Sieger. Der Horatier ist ein Mörder. Ist der Horatier ein Sieger oder ein Mörder? Gute Frage und ein vielversprechender Ausgangspunkt für die digitale Zusammenarbeit von theter mit der USamerikanischen Regisseurin Alice Bever. In der Arbeit an Heiner Müllers Stück sind viele
(Be-)deutungsebenen zu ergründen und die Tatsache, dass sich beide Seiten von unterschiedlichen Sprachen aus annähern, ein zusätzlicher Reiz. Wie verändert sich das Verstehen, wenn man sich hauptsächlich digital begegnet – in einem an sich bis heute sehr analogen Arbeitsfeld wie dem
Theater?
Von und mit: theter • Regie: Alice Bever.
Eine Koproduktion des Brechtfestivals mit theter
Aufführungsrechte: Henschel Schauspiel
Dauer: ca. 50 Minuten.

ca. 21.30 Uhr
Publikumsgespräch mit: Bluespots Productions & Oleg Eremin, theter & Alice Bever


Mitte der 1930er Jahre schreibt Bertolt Brecht mit Hilfe von Margarete Steffin sein „vollkommenstes“ Lehrstück: „Die Horatier und die Kuriatier“. Bearbeitet wird darin der Konflikt zweier ungleich starker Parteien: Dem unstillbaren Expansionsdrang der Kuriatier haben die militärisch unterlegenen Horatier wenig entgegenzusetzen – bis eine List den Ausgang der Schlacht in Frage stellt. Drei Jahrzehnte später schreibt Heiner Müller die Geschichte der Sieger fort. Um die Zahl der Opfer möglichst gering zu halten, wird von beiden Seiten ein Stellvertreterkampf organisiert. Doch das Los bestimmt als Kontrahenten zwei Kämpfer,
die sich über familiäre Bande nahestehen. Als der überlegene Horatier ohne Gnade den Bräutigam seiner Schwester aus dem Clan der Kuriatier erschlägt, nimmt das Blutbad seinen Lauf …
Welche Prozesse kommen in Gang, wenn man zwei freie Gruppen aus Augsburg bittet, mit jeweils einem Regisseur oder einer Regisseurin in bis zu 6.000 Kilometern Entfernung an diesen Texten zu arbeiten? Das Brechtfestival hat Bluespots Productions und theter zu einem ungewöhnlichen Experiment eingeladen: Die beiden Lehrstücke geben den Anlass, mit Oleg Eremin aus St. Petersburg und Alice Bever aus New York in Austausch zu kommen. Über Gebirge, Ozeane und mehrere Zeitzonen hinweg entstehen zwei szenische Skizzen via Videostream. Die räumliche Distanz ist Bestandteil des Experiments. Zwischen den Servern des World Wide Web entsteht ein virtueller Probenort. Videochats ersetzen die gemeinsame Probenarbeit. Erst kurz vor der Premiere treffen die beiden Teams auf der brechtbühne aufeinander. Sie zeigen ihren Arbeitsstand und teilen ihre Erfahrungen. Welche Gräben mussten überwunden werden? Welche neuen rücken wurden gebaut?