Bild: Lia Rodrigues
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Information zur Veranstaltung

In ihrer neuen Arbeit „FÚRIA“, zu Deutsch „der Jähzorn/die Wut“, fragt die brasilianische Choreografin Lia Rodrigues, wie in der einzigartigen Umgebung der Bühne, die einem eigenen Planeten gleicht, selbst eine Welt entstehen kann? Im Theaterraum als Ort des Möglichen kreiert Lia Rodrigues eine Welt, die von einer sanften und gleichzeitig mächtigen Kraft ihre Bewegung und Richtung erhält. Dieses Szenario bewegt sich zwischen bedrückenden und leichten Momenten und ist voll von unbeantworteten Fragen, Kontrasten und Widersprüchen. Ausgangspunkt ihrer Performance für neun Tänzer*innen war u.a. der Roman „A paixão segundo G.H.“, zu Deutsch „Die Passion nach G.H.“, der brasilianischen Schriftstellerin Clarice Lispector. Hierin ergründet die Autorin das Spannungsfeld von gelebter Realität und seelischer Erfahrung.


Lia Rodrigues berichtet im Interview mit dem Kulturmagazin „la terrasse“: „Mein Stück ist in dem besonderen, schrecklichen Moment der Wahlen entstanden, der sehr viele Menschen stark beunruhigte, insbesondere in den Favelas. La Fúria (der Jähzorn/die Wut) ist in jedem von uns. Doch was können wir dem entgegensetzen? Vielleicht ein bisschen Ruhe und Gelassenheit. Ganz sicherlich aber die Vorstellungskraft, die ein Ort der Freiheit ist.“


Lia Rodrigues ist assoziierte Künstlerin am Chaillot – Théâtre National de la Danse, wo „FÚRIA“ im November zur Uraufführung kommt, und am Theater Centquatre in Paris. Sie schloss sich in den 1970er Jahren der aufkommenden zeitgenössischen Tanzszene in São Paulo an. Nachdem sie in den 1980er Jahren bei Maguy Marin in Frankreich tanzte, gründete sie 1990 ihre eigene Kompanie und wenig später das Tanzfestival „Panorama da Dança“ in Rio de Janeiro. Seit 2009 betreibt sie das Centro de Artes da Maré, ein Ort für künstlerische Entwicklung, Ausbildung und Vorstellungen in einer der größten Favelas in Rio.