Lisa Fitz - Flüsterwitz - Die Grande Dame des deutschen Kabaretts Tickets - Wernigerode, Fürstlicher Marstall Wernigerode

Event-Datum
Samstag, den 14. Dezember 2019
Beginn: 20:00 Uhr
Event-Ort
Am Lustgarten 40,
38855 Wernigerode
Sonstige Ticket-Info
Veranstalter: Wernigerode Tourismus GmbH (Kontakt)

Ticketpreise
ab 25,00 EUR
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Bild: Lisa Fitz
Powerfrau, Kultfigur, sexy Rocklady, weiblicher Macho – das sind nur einige der Etiketts, die Lisa Fitz im Laufe ihrer Karriere als Kabarettistin, Schauspielerin, Autorin und Sängerin angeheftet wurden.

Die Titulierungen sind ein Typischer Fall von Missverständnis? Sicher nicht, und doch nur ein Teil der Wahrheit, denn zwischen der Frohnatur im Dirndl, die sie einst als Moderatorin der „Bayrischen Hitparade“ knapp 2 Jahre verkörperte, und der kritischen, provokanten Künstlerin von heute liegen zahlreiche Stationen.
Immer wieder war und ist sie bereit, Neues zu wagen, rigorose Brüche herbeizuführen – in der Kunst wie im privaten Leben. Bei Lisa Fitz geht` s deftig zu, das lässt sich nicht bestreiten – egal, ob es um das „Heil der Welt „ geht oder um den Papst und seine „Firma“. Selbst das raffinierteste verbalakrobatische Gagfeuerwerk hat bei der Fitz immer einen doppelten Boden.

„Das Bestechende an Lisa ist ihre Aufrichtigkeit und diese unbeirrbare Gewissheit, ihren Weg zu gehen, sich nicht verlocken und von seichten und schnelllebigen Erfolgen einlullen zu lassen“, sagt Konstantin Wecker über sie.


Den Flüsterwitz erzählt man hinter vorgehaltener Hand. Er könnte Menschen in Hörweite beleidigen, sensible Damenohren kränken oder so wahr sein, dass er Machthabern gefährlich wird. Eigentlich ist der Flüsterwitz ein politischer Witz. Wenn man mit einem autoritären System haderte oder Repressalien befürchtete, erzählte man sich Flüsterwitze. Sind wir in unserer demokratischen Diktatur der Parteien soweit? Wer nicht in die politische Stromlinienform passt, wird gern für verrückt erklärt oder mit subtilen Methoden mundtot gemacht.

Nun lebt ja der Spaßmacher von Respektlosigkeit, aber die Luft wird dünn, weil Spott eben das beste Mittel ist, an den Stühlen der Obrigkeit zu sägen. Dafür tobt der Infokrieg im Netz, politisch inkorrekt, unsauber, paranoid. Mainstream gegen Fake-News, Trolls, aber auch echte Raritäten, die man im Fernsehen nie hört. „Hoffentlich wird es nicht so schlimm, wie es schon ist“, hat der bayrische Komiker Karl Valentin gesagt. Das mulmige Gefühl wächst, dass man sich nicht mehr ganz frei äußern kann. „Des derfst ja net laut sagen“, hört man oft. Lautsagen ist aber wichtig – ma muaß reden mitanand, Gemunkel aus dem Dunkeln ins Licht heben, so geht Diskussionskultur. In Bayern, bei den Katholiken, bei den Moslems, bei der Auto-Lobby und deren Helfershelfern. In Facebook und Twitter jedoch verschwinden systemkritische Bemerkungen auf mysteriöse Weise, Accounts werden gesperrt oder gelöscht. Political Correctness wird zu Meinungsdiktatur, Gesinnungspolizei bevormundet die Bürger, die kontern mit Panikmache. Empörialismus entgeistert die Republik.

Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst, heißt es so schön.