Bild: Lisbeth Quartett
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Information zur Veranstaltung

Lisbeth Quartett
Charlotte Greve_Sax
Manuel Schmiedel_Piano
Marc Muellbauer_Bass
Moritz Baumgärtner_Drums


Lisbeth Quartett, ECHO Jazz Preisträger 2012

Wer in Zeiten von interaktiven Websites, Downloads und Soundcloud ein Live-Album rausbringt, hat etwas Besonderes zu sagen. Beim Lisbeth Quartet ist das ohne Frage der Fall. Ihr viertes Album trägt den Titel „Lisbeth Live“.

Auf den Alben „Grow“ (2009), „Constant Travellers“ (2011) und „Framed Frequencies“ (2013) hat sich die Gruppe, die seit Anbeginn aus Saxofonistin Charlotte Greve, Pianist Manuel Schmiedel, Bassist Marc Muellbauer und Drummer Moritz Baumgärtner besteht, eine kollektive Sprache zugelegt, die sich über die immer symbiotischere Verflechtung von vier persönlichen Idiomen definiert. Diese Idiome speisen sich jedoch aus zwei ganz unterschiedlichen Pools. Charlotte Greve und Manuel Schmiedel leben seit drei Jahren in New York, Baumgärtner und Muellbauer sind in Berlin sozialisiert. Es steht der Band immer besser zu Gesicht, dass sich zwei ihrer Mitglieder in New York einer Wirklichkeit stellen müssen, die einen Musiker mit ganz anderen Herausforderungen konfrontiert als die vergleichsweise heile Jazzwelt in Deutschland. Wer in New York nicht erstklassig ist, geht gnadenlos unter. Im Lauf eines Dreiviertel-Jahrzehnts – für Jazzverhältnisse eine mittlere Ewigkeit – braucht die Gruppe immer weniger, um immer mehr zu erzählen. Viele Stücke, die sie seit Jahren in ihrem Repertoire sind, haben sich verändert, sind reifer, zugleich aber auch einfacher, tiefgründiger und doch leichter geworden. Wenn die vier Musiker zusammenkommen, wissen sie ganz genau, was sie voneinander erwarten dürfen.

Das gilt natürlich nicht nur für Studioproduktionen, auf die sie sich lange vorbereiten können, sondern insbesondere auch für Live-Situationen, in denen das gegenseitige Verständnis viel intuitiver funktioniert. Fabulierlust, Spielwitz und die Fähigkeit, einander hörend zu umtanzen, entladen sich hier in ungebremster Spontaneität. Und das gleich in doppelter Hinsicht. Diese Platte war nämlich gar nicht geplant. Eine Tour stand an, und Marc Muellbauer hatte sich neues Equipment gekauft. Man nahm etwa 30 Konzerte auf, nur mal so, um zu hören, wie es klingt. Und es klang verdammt gut. So gut, dass eine CD daraus wurde. „Live ist alles viel risikofreudiger“, erzählt Charlotte Greve. „Wir haben zwar unseren gesteckten Rahmen, interessant wird es aber erst, wenn man sich darin frei bewegt. Im Konzert können wir viel flexibler mit unserem Material umgehen. Es ist schön, die Band in einem etwas weniger kontrollierten Umfeld zu hören.“ „Lisbeth Live“ ist viel mehr als ein Live-Update der aktuellen Verfassung einer kontinuierlich arbeitenden Jazzgruppe, die ihren Radius von Deutschland längst aufs internationale Parkett verlegt hat. Die Gruppe beruft sich auf das älteste und doch immer noch wirkungsvollste Konzept des Jazz überhaupt. Sie greift auf Bekanntes und Bewährtes zurück, um damit in neuer Form in die Zukunft aufzubrechen. Nach drei gefeierten Studioalben ist „Lisbeth Live“ nicht weniger als die nächste Zündstufe.