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Bild: Literatur in der Villa LindenhofBild: Literatur in der Villa Lindenhof
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Information zur Veranstaltung

Autorenlesung mit Bernd Brunner

Erst wurde genascht, dann gehegt, schließlich gezüchtet: Zu jeder Zeit aßen Menschen wildwachsende Früchte und Beeren. Mit Beginn des Ackerbaus begann man, gezielt Bäume und Sträucher anzupflanzen, die ersten Obstgärten entstanden. Sie wurden zur Nahrungsquelle, zu Orten der Zusammenkunft – und inspirierten Künstler.

Bernd Brunners fesselndes und reich illustriertes Porträt der verborgenen Gärten und ihrer Früchte zeigt, dass die Fruchtkultivierung als altes Kulturerbe moderner denn je ist. Obstgärten laden uns ein, dem Spektakel des Werden und Gedeihens der Früchte in Gesellschaft von Tieren, Menschen und anderen Pflanzen beizuwohnen. Schon die Ureinwohner im Amazonasgebiet pflegten Jahrhunderte vor der Kolonialisierung Mosaikgärten; die ersten Obstgärten waren vielleicht Oasen mit Dattelpalmen, in denen Wüstennomaden rasteten. Der moderne Obstanbau entwickelte sich über Jahrtausende hinweg. Mit dem Wachstum der Bevölkerung breiteten sich die Obstbäume aus den üppigen Gärten der Wohlhabenden und der Klöster auf Felder und an Straßenrändern aus und veränderten so die Landschaft, während sie zugleich die Hungrigen ernährten.

Bernd Brunner zeigt in “Von der Kunst, die Früchte zu zähmen”, dass die Geschichte der Obstgärten auch eine Geschichte der Menschheit ist. Und eine Geschichte darüber, wie der Mensch die Natur seit Jahrtausenden nach seinen Wünschen geformt hat.

Bernd Brunner, 1964 geboren, studierte Wirtschaft, Amerikanistik und Kulturwissenschaft in Berlin und Seattle. Er veröffentlichte zahlreiche vielbeachtete wie unterhaltsame erzählerische Sachbücher zu kulturhistorischen Themen, darunter “Das Buch der Nacht”, “Die Erfindung des Nordens” oder “Die Kunst des Liegens”. Er lebt als Autor in Berlin und Istanbul.

Eine Veranstaltung im Rahmen des Bodenseefestivals und des Allgäuer Literaturfestivals.