MARKUS STOCKHAUSEN - Quadrivium Tickets - Bochum, Christuskirche Bochum

Event-Datum
Sonntag, den 30. September 2018
Beginn: 19:00 Uhr
Event-Ort
Platz des europäischen Versprechens 1,
44787 Bochum
Sonstige Ticket-Info
Veranstalter: Christuskirche Bochum (Kontakt)

Ticketpreise
ab 22,00 EUR und Ermäßigungen
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Bild: Markus Stockhausen
Trompeter, Komponist, ein begnadeter. Und Sohn eines Begnadeten, sein Vater - Karlheinz Stockhausen war einer der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts - hat ihm den Weg eröffnet, den er dann mit seinem eigenen Navi gegangen ist. Die Augen offen, die Ohren und das Herz dafür, mit anderen Musik zu machen, die es noch nie gab. Eine Geschichte, die er erzählt, geht so:

„Als Dreizehnjähriger durfte ich eine 7-wöchige Reise mit meinem Vater nach Bali und Japan machen, wo er die Musik bei der EXPO ’70 in Osaka für den deutschen Pavillon konzipiert hatte. Das war die große Welt. Morgens streunte ich bei den 180 Pavillons aller Länder herum und sog Musik und kulturelle Eindrücke aus der ganzen Welt in mich auf, nachmittags hörte ich seine Musik, die von mehr als 20 Interpreten, auch mit viel elektronischer Musik, dargeboten wurde.“

Ein paar Jahre später ist er es selber, der Projekte mit führenden Musikern und Orchestern Europas an den Start bringt, ihre Zahl ist Legion, heute gilt Markus Stockhausen als einer der profiliertesten Trompeter weltweit. Weil er, das ist entscheidend, nicht zu denen zählt, die ihr Genre wie ein Revier abstecken, er ist kein Fachidiot des eigenen Stils, sondern hat sich seinen Weg quer durch den Jazz gesucht, quer durch die Klassik und querbeet durch die Neue Musik. Und hat dabei den nächst gelegenen Stromanschluss immer im Blick behalten: Elektronik ist auch nur ein anderes Wort für die Option, etwas Unerhörtes zu spielen, das noch nicht Gehörte. Die präzise notierte, detailgenaue Musik seines Vaters ebenso wie die spontane, lockere Improvisation:

„Den Jazz und die Improvisation hatte ich immer gleichzeitig mit Klassik und zeitgenössischer Musik gespielt. Der wunderbare Manfred Schoof war mein Lehrer für Jazz in Köln, und diese 'andere Art' mit dem Instrument umzugehen verlieh mir eine Sicherheit und Fähigkeiten, die mir bei der Musik meines Vaters halfen. In der Improvisation, frei von Noten, konnte ich Sachen spielen, die ich, wenn ich sie notiert gesehen hätte, nie hätte spielen können."

Damit ist Stockhausen zu einem Vorreiter geworden für eine der wichtigsten Entwicklungen in der Musik der letzten Jahrzehnte: dass die Grenzen zwischen Klassik und Jazz, letztlich die zwischen „u“ und „e“ eingerissen werden.In Bochum stellt der Kölner jetzt - er hat bisher über 80 Alben aufgenommen! - sein neuestes grenzüberschreitendes Werk vor: “Far into the Stars”, bei OKeh Records / Sony Music erschienen, präsentiert von Quadrivium, seinem Quartett, es sind:

Jörg Brinkmann (Cello), Angelo Comisso (Piano) und Christian Thomé (Drums).

Und natürlich auch wieder mit Strom, die Band arbeitet mit elektronischer Unterstützung. Einmalige musikalische Stimmungen entstehen, eine Synthese zwischen Jazz und Kunstmusik, zwischen Komposition und Improvisation, Tiefe und Weite, dabei immer leicht und immer auch leicht verspielt, vergnügt, unverbiestert.

Stefan Pieper auf nrwjazz.net - Christuskirche Bochum und NRW Jazz veranstalten den Abend gemeinsam: „Stockhausens Trompetenton strahlt vor sensibler Empfindung - und behält auch bei druckvoller, manchmal fast rockiger Gangart immer noch eine Prise Zartheit. Lange, weitgespannte Melodienbögen sind ein großes Thema bei ihm und seinen Mitstreitern. Vor allem Jörg Brinkmann erweist sich mit seinem einzigartigen Cellospiel als sphärischer und bei aller Virtuosität immer höchst feinfühlig bleibender Gegenpart. Mit Schlagzeuger Christian Thomé zeigt sich ein weiterer Musiker, auf den das Attribut 'empfindsam' zutrifft: Unter die Haut geht etwa, wie er minutenlang allein mit der Snaredrum zarte Mikrorhyhtmen zu atmosphärischen Teppichen verdichtet, auf deren Grundlage Jörg Brinkmann seinem Instrument einen entrückt-melancholischen Sologesang entlockt. Und mit Angelo Comisso macht ein Pianist die Runde komplett, der nie einen Ton zu viel braucht, um trotzdem auf den Punkt zu kommen."

Klingt zu gut um wahr zu sein? Klingt genau so, wir laden zum Hören live.

Christuskirche Bochum, Bochum